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Dieser Landwirt soll seine Eltern brutal ermordert haben.

Angeklagter im Güllegruben-Prozess hörte Stimmen

Augsburg/Penzing - Vor dem Landgericht Augsburg hat am Donnerstagmorgen der Mordprozess gegen einen 35 Jahre alten Landwirt begonnen, der seine Eltern umgebracht und in eine Güllegrube geworfen haben soll.

Es müssen unglaublich brutale Szenen gewesen sein, die sich vor zehn Monaten auf einem Bauernhof im oberbayerischen Penzing abgespielt haben. Ein heute 35 Jahre alter Landwirt tötete dort am späten Abend des 4. Januar zuerst seine 53-jährige Mutter und kurz darauf seinen 70-jährigen Vater. Mit einer 70 Zentimeter langen Axt soll er gezielt auf die Köpfe seiner Eltern eingeschlagen haben. Nach Angaben seines Verteidigers hat der Mann die Tat am Donnerstag vor dem Landgericht Augsburg gestanden. Auf dessen Antrag war die Öffentlichkeit bei der Befragung des Landwirts zum Prozessbeginn ausgeschlossen worden.

"Mein Mandant hat ausgesagt, er habe über ein Jahr lang eine innere Stimme gehört, die ihm gesagt hat: Das sind nicht deine Eltern, bring' Sie um. Irgendwann hat er das nicht mehr ausgehalten", schilderte Hartmut Wächtler später die Angaben seines Mandanten.

Der ledige Landwirt, der gemeinsam mit seinen Eltern auf dem Bauernhof lebte und ihn bewirtschaftete, muss sich wegen zweifachen Mordes verantworten. Laut Anklage hat er mit einer Axt, die er im Stall zurecht gelegt hatte, seine wehrlosen Eltern auf dem Hof von hinten niedergeschlagen. Anschließend warf er sie in eine Güllegrube, wo beide erstickten. Als Motiv vermutet die Anklagebehörde Familienstreitigkeiten, bei denen es um die Art der Fortführung des Milchviehbetriebes ging. "Dieser Streit ist sekundär", meint hingegen der Verteidiger. "Mein Mandant war der festen Annahme, dass es nicht seine Familie ist."

Der Beschuldigte machte zum Prozessbeginn einen angespannten Eindruck. Als der Staatsanwalt die Anklage verlas und der Richter wenig später die Tatwaffe auspackte, blickte der hochgewachsene Mann immer wieder nervös auf seine Hände. Nach Auffassung des Staatsanwalts soll der Beschuldigte zunächst seine Mutter auf dem Weg vom Stall zum Wohnhaus angegriffen und sie danach in die Güllegrube geworfen haben. Als die Frau dort wieder zu sich gekommen war und geschrien hatte, soll der Angeklagte so lange mit der Axt auf ihren Kopf eingeschlagen haben, bis sie tot war.

Seinen Vater soll der 35-Jährige daraufhin unter dem Vorwand, dass die Mutter gestürzt sei und Hilfe benötige, aus dem Wohnhaus gelockt haben. Auf dem Hof habe der Angeklagte dann auch ihn mit der Axt attackiert und den Schwerverletzten auf der Gabel eines Traktors zur Grube transportiert und dort hineingeworfen. "Der Angeschuldigte erkannte, dass der Geschädigte noch lebte, da er in der Güllegrube Blasen entdeckte. Er vertraute darauf, dass sein Vater ersticken würde, was kurz darauf auch geschah", sagte Staatsanwalt Lars Baumann. Er ist davon überzeugt, dass der Angeklagte das Verbrechen von langer Hand geplant hatte.

Bei dem Prozess, der an diesem Freitag fortgesetzt wird, wird es auch darum gehen, ob der Angeklagte vermindert schuldfähig ist und in einer Psychiatrie untergebracht werden soll. Das Landgericht hat für den Prozess noch drei weitere Verhandlungstage vorgesehen. dpa

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