Güterzug-Unglück: Polizei steht vor Rätsel

Nürnberg - Bei dem Güterzug-Unglück vom vergangenen Freitag in Nürnberg steht die Polizei weiterhin vor einem Rätsel.

Güterzug bei Nürnberg entgleist

Bislang gebe es keinerlei Hinweise auf die Unglücksursache, sagte ein Sprecher der Bundespolizei, Hermann Kausler, am Montag. "Wir können den Ermittlern des Eisenbahnbundesamtes nicht mal einen Tipp geben, wo sie ansetzen sollten", sagte Kausler. Erschwert würden die Untersuchungen dadurch, dass die aus den Gleisen gesprungenen Güterzüge Gleise und Schwellen völlig zermahlen hätten.

Bei dem Unfall waren am Freitag 14 von 24 Waggons in Nürnberg-Schweinau entgleist, ein Waggon davon war umgekippt. Es entstand ein Schaden von rund drei Millionen Euro. Verletzt wurde niemand. Der im niedersächsischen Seelze gestartete Zug war unter anderem mit Holz und Papierballen beladen und sollte im wenige Kilometer entfernten Nürnberger Rangierbahnhof neu zusammen gestellt werden.

Überrascht hat die Bahnpolizei nach Angaben von Kausler, dass die Waggons trotz der geringen Geschwindigkeit entgleist seien. Dem ersten Anschein nach waren aber die Räder der Güterwaggons in einwandfreiem Zustand. Dennoch könne es sein, dass ein Rad oder ein Schienendefekt einen Waggon plötzlich blockiert hat und andere Waggons entgleisen ließ. Hinweise darauf gebe es aber bislang nicht, sagte der Bahnpolizei-Sprecher.

Nach Angaben eines Bahnsprechers in München ist der Streckenabschnitt im Nürnberger Stadtteil Schweinau inzwischen wieder frei. Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) hätten am Wochenende die Waggons leergeräumt, zwei Schienenkräne danach die 14 Waggons auf ein Nachbargleis gehoben. Von dort aus seien sie abgeschleppt worden. Die Reparatur des beschädigten Gleises werde möglicherweise noch bis nächste Woche dauern. Es müsse auf einer Länge von rund einem Kilometer erneuert werden, sagte der Bahnsprecher.

dpa

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