Bahnunfall: Bis Montag nur eingleisig

Bad Endorf/Rosenheim - Ein mit 19 Tonnen Papier beladener Güterzug ist auf der Strecke Salzburg-München entgleist und hat schwere Schäden angerichtet. Die Reparatur der Gleise wird vermutlich Tage dauern.

Der Unfall ereignete sich kurz nach Mitternacht. Der Güterzug war auf dem Weg von Salzburg nach Niedersachsen, als die Fahrt in der Nacht zum Freitag um 0.20 Uhr abrupt stoppte. Zwischen Rosenheim und Bad Endorf, auf der Höhe des Söchtenauer Ortsteils Krottenmühl, sprang der Zug plötzlich aus den Gleisen.

Die Bundespolizei vermutet einen technischen Defekt als Unfallursache. Die Bremse des 20. Waggons soll sich festgesetzt haben. Der Waggon entgleiste und rumpelte noch 2,8 Kilometer weiter auf dem Schotter entlang, bis er schließlich zum Stehen kam. Umgekippt ist der Zug aber zum Glück nicht, es wurde niemand verletzt. Bis die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen sind, will sich die Bahn nicht zu der Ursache des Unfalls äußern.

Wegen der festsitzenden Bremse flogen so viele Funken zwischen Rädern und Schiene, dass ein Hang am Bahndamm Feuer fing. Die Feuerwehr brachte die Flammen jedoch schnell wieder unter Kontrolle.

Die Strecke wurde gesperrt, der Zug wieder auf die Schiene gehievt und abtransportiert. Doch damit sind die Probleme nicht behoben: Das Gleis wurde auf einer Länge von fast drei Kilometern schwer beschädigt, berichtet die Deutsche Bahn. Schwellen, Signalgeber und Querstreben gingen kaputt.

Die Folge: Die Strecke zwischen Rosenheim und Bad Endorf ist laut Bahn voraussichtlich bis einschließlich Montag nur eingleisig befahrbar. Während am Wochenende nur der Fernverkehr über das Gleis rollen soll, werden die Regionalzüge in beiden Richtungen durch Busse ersetzt. Fahrgäste müssten mit Verspätungen von bis zu einer Stunde rechnen. Doch ab Montagfrüh bis 9.30 Uhr sowie am Montagnachmittag „wird der betroffene Streckenabschnitt ohne Einschränkungen mit Regionalzügen befahrbar sein“, teilt die Bahn in einer Presseerklärung mit. Das Gleis sei jedoch so schwer beschädigt, dass sich die Probleme auf der Strecke noch bis zum Ende der kommenden Woche hinziehen könnten.

Von Thomas Schmidt

Rubriklistenbild: © dpa

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