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Rekord-Richterin Lena Kuhlmann bei der Arbeit: „Jedes Wochenende bin ich mindestens einmal unterwegs.“

Auf der Jagd nach Superlativen

Deutschlands einzige Weltrekord-Richterin im Gespräch

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Fürth - Lena Kuhlmann entscheidet über Sieg oder Niederlage eines Rekordversuchs. Sie ist Deutschlands einzige weibliche Rekord-Richterin. Warum ihr Job immer spannend ist, erzählt sie im Gespräch.

Der größte Frischkäsekuchen der Welt schmeckt Lena Kuhlmann super. Sie war live dabei, als die knapp 3000 Kilo im Juni in Fürth verteilt wurden. Als Rekord-Richterin musste sie sicher gehen, dass alles bis auf den letzten Krümel einen Abnehmer findet. Denn das gehört dazu. „Der Rekord ist erst gültig, wenn alles verteilt ist“, erklärt die 30-jährige Hamburgerin. „Schließlich sollen sie die Lebensmittel ja nicht verschwenden.“ Sie, die Weltrekordskandidaten.

Weltweit werden rund 50 000 Rekordversuche bei den Mitarbeitern von Guinness World Records eingereicht. „Bei den meisten ist kein Rekord-Richter dabei“, erklärt Lena Kuhlmann. Sie selbst macht diese Arbeit seit einem Jahr. In Bayern hat sie zwei Rekorde begleitet: den Käsekuchen und das effizienteste elektrische Auto im Juli in Ingolstadt. „Der kommt umgerechnet 12 000 Kilometer mit nur einem Liter Benzin“, staunt die 30-Jährige. Der Rekord war erfolgreich.

Wie wird man Rekord-Richterin?

Die frühere Reiseautorin und Wirtschaftsstudentin hat in London, wo das Buch zu Hause ist, eine intensive Ausbildung bekommen. Regeln pauken, das Verfahren kennenlernen. Seither ist sie Deutschlands einzige Guinness Buch Rekord-Richterin. Sie ist für den deutschsprachigen Raum zuständig. „Jedes Wochenende bin ich mindestens einmal unterwegs.“

Von der Zentrale wird Lena Kuhlmann gebucht. Die Bewerber dürfen sich nicht selbst an sie wenden, sie muss unabhängig sein. „Ich bereite mich dann auf den Rekordversuch vor und reise meist schon einen Tag vorher an“, erklärt die Hamburgerin. Schließlich muss sie genau wissen, worum es geht und wer die Leute sind, die an dem Rekord mitwirken. Der Vorteil, wenn ein Schiedsrichter gebucht ist: Die potentiellen Rekordler erhalten das Ergebnis gleich vor Ort.

Wird kein Richter gebucht, muss je nach Art des Rekords eine Anzahl an Beweisen gebracht werden. „Oft sind es Videos und unabhängige Zeugen“, erklärt die deutsche Rekord-Richterin. Ist das erst einmal abgeschickt, heißt es warten. Bis die vielen Rekorde überprüft sind, dauert es mehrere Wochen, auch Monate, bis die Nachricht aus London kommt.

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