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Vorerst bleibt unklar, ob die Unterschrift unter einem Dienstausweis aus dem Vernichtungslager Sobibor von der Hand des Angeklagten stammt.

Gutachterin kann Demjanjuks Unterschrift nicht prüfen

München - Zu wenig Buchstaben: Ob die Unterschrift unter seinem Dienstausweis wirklich von dem mutmaßlichen NS-Verbrecher stammt, bleibt weiter unklar.

Im Münchner Schwurgerichtsprozess gegen den mutmaßlichen NS-Verbrecher John Demjanjuk bleibt vorerst unklar, ob die Unterschrift unter einem Dienstausweis aus dem Vernichtungslager Sobibor von der Hand des Angeklagten stammt. Die Verteidigung hält diesen Wachmann-Ausweis für falsch. Für die Staatsanwaltschaft ist er hingegen ein Beweis, dass der gebürtige Ukrainer 1943 als Wachmann in dem Konzentrationslager eingesetzt war. Eine Sachverständige des bayerischen Landeskriminalamtes hat die Unterschrift auf dem Papier am Mittwoch dem Angeklagten nicht zuordnen können. Dafür reichten die wenigen Buchstaben nicht aus.

Ein pensionierter Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes hat früher in dem seit 14 Monaten andauernden Prozess das Foto auf dem Ausweis “mit hoher Wahrscheinlichkeit“ als das des Angeklagten erkannt. John Demjanjuk wird der Beihilfe zum Mord in 27 900 Fällen beschuldigt. Der ehemalige Kriegsgefangene soll von der SS als “fremdvölkischer Wachmann“ angeworben und im Ausbildungslager Trawniki ausgebildet worden sein. Laut Anklage hat er von März bis September 1943 geholfen, Tausende von Juden in den Gaskammern zu ermorden. Das Schwurgericht hofft, den Prozess im kommenden Monat abschließen zu können.

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