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In den juckenden Wahnsinn kann einen der Stich einer Mücke treiben.

Gute Zeiten – aber nur für Stechmücken

München - Wenn es draußen schwül-warm und feucht ist, haben Stechmücken Hochsaison. Die Gemeinden am Chiemsee haben die erste große Mückenplage schon hinter sich. Droht nach den Regenfällen nun auch anderen Teilen Bayerns eine Invasion der Blutsauger?

Die Ufer von Seen und Flüssen sind vielerorts überschwemmt – die idealen Brutstätten für Stechmücken. Hat das Weibchen seine Eier abgelegt, kann es innerhalb von zehn Tagen schon wieder neue Stechmücken geben, erklärt der Insektenforscher Ernst-Gerhard Burmeister von der Zoologischen Staatssammlung München. Und das können bis zu 200 auf einmal sein. Von einer drohenden Plage will der Leitende Sammlungsdirektor allerdings nicht sprechen. Eine erhöhte Population sei nicht flächendeckend zu beobachten, sondern nur örtlich in See- und Flussufernähe. Die sogenannten Überflutungsmücken legen ihre Eier auf dem Trockenen ab, „im Wissen, dass diese Stelle einmal überflutet wird“, erklärt Burmeister. Selbst nach mehreren Jahren können aus den Eiern nach einer Überschwemmung Larven schlüpfen.

„45 verschiedene Stechmückenarten gibt es es bei uns“, sagt Burmeister. Krankheiten würden von ihnen nicht übertragen. Und was ist mit der Malariamücke? Diese käme zwar in unserer Region vor, müsste sich aber erst bei einem Malariakranken infizieren, um den Erreger übertragen zu können. Die Stiche der heimischen Plagegeister seien lästig, aber nicht gefährlich.

Stechmückeninvasion im eigenen Garten

Am Chiemsee können die Badegäste wieder aufatmen. Spezialisten vom Oberrhein haben mit dem Hubschrauber das Bekämpfungsmittel BTI in den Überschwemmungsgebieten am Ufer verteilt. Es tötet die Larven der Mücken ab. Die Umweltauflagen für den Einsatz von BTI am Chiemsee sind hoch. So dürfen die Eiskörnchenschauer nur einmal im Jahr ausgebracht werden, wie eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern, Ines Schantz, erklärt. Außerdem müsse eine besondere Überschwemmungssituation bestehen. Diese werde von einem Fachbüro überprüft. Als weitere Maßgabe nennt die Pressesprecherin eine bestimmte Larvenzahl in den Wasserlachen.

Aber nicht in jedem Gebiet darf BTI zur Anwendung kommen. So sind Naturschutzgebiete und mit dem Wasser verbundene Flächen für eine Bekämpfung tabu. So durfte an der Herreninsel nur an einigen Stellen am Rand das Bekämpfungsmittel eingesetzt werden und in der Gemeinde Grabenstätt aus naturschutzrechtlichen Gründen gar nicht.

Einer Stechmückeninvasion im eigenen Garten können die Menschen auch ohne Spritzmittel vorbeugen. Die Regentonne sollte regelmäßig kontrolliert und die Dachrinne und Blumenübertöpfe, wo sich häufiger Wasser sammelt, geleert werden, empfiehlt der Zoologe Ernst-Gerhard Burmeister. Denn dort legt die sogenannte Hausmücke gerne ihre Eier ab. Einen sicheren Schutz gegen die blutsaugenden Plagegeister gebe es allerdings nicht. Denn auf die CO2-Wolke rund um den Menschen, die durch das Ausatmen entsteht, und auf den Schweißgeruch an heißen Tagen fliegen die Mücken einfach.

von Mieke Meimbresse

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