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Guttenberg hält zu Guttenberg: In der Heimatgemeinde des zurückgetretenen Ministers drückten gut 2000 Guttenberg-Verehrer ihre Sympathie für den 39-jährigen Ex-Minister aus. Fotos: dapd (2) bod (4), li,

Guttenberg-Unterstützer: Hoffnung auf die Rückkehr

München - In Bayern sind am Samstag tausende Menschen für Karl Theodor zu Guttenberg auf die Straße gegangen. Die größte Demonstration fand in Guttenberg statt, wo auch der Vater des Freiherrn sprach. In München kam es zu kuriosen Szenen.

Es ist ein sonniger Frühlingsmittag in der Münchner Innenstadt. Den 500 Menschen, die sich am Rindermarkt versammeln, steht der Sinn aber nicht nach Flanieren und Einkaufen. Sie sind aus einem anderen Grund gekommen. Sie wollen Karl Theodor zu Guttenberg zurück auf der politischen Bühne sehen. „Ich bin über 60 und war noch nie auf einer Demo“, sagt Viktoria Mönch. Warum sie heute auf die Straße geht? „Ich hoffe, dass Guttenberg zurückkommt!“ Der Freiherr sei der einzige brillante, innovative, schnell arbeitende Minister gewesen.

Guttenberg-Proteste: Tausende gehen auf die Straße

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Sauer sind die Protestierer auf dem Rindermarkt, richtig sauer. Auf die Politiker und auf die Medien, die eine „Hetzjagd“ veranstaltet hätten, wie man immer wieder hört. „Ich hätte nicht gedacht, dass es bei uns in Deutschland noch so fähige Politiker gibt“, ruft Niklas Lindlbauer von der Jungen Union Bad Tölz ins Mikrofon. Ein zu guter Politiker sei Guttenberg gewesen, wie viele auf dem Rindermarkt sagen. „Er war einfach zu stark!“, ruft ein Redner, deshalb hätte die Politik ihn nicht ertragen. „Der Doktortitel ist doch ein Vorwurf, der nur gesucht wurde“, sagt Monika Schwarz, die selbst den Titel führt, „mit dem Doktortitel hat doch dieser Beruf nichts zu tun. 25 Prozent aller Doktorarbeiten sind nicht korrekt!“

Immer wieder rufen Redner dem zurückgetretenen Verteidigungsminister unter großem Beifall zu, er solle zurückkehren. Auf einem Plakat heißt es „Ein Guttenberg tritt nicht zurück - er nimmt nur Anlauf“. Die Demonstranten kritisieren, dass sich kein offizieller Vertreter der CSU blicken lässt. „Wo sind die Parteifreunde? Wo ist Seehofer? Das ist peinlich!“, ruft ein Mann ins Mikrofon.

Von der Resonanz sind die Veranstalter positiv überrascht. Zwar haben sich im Internet hunderttausende Guttenberg-Unterstützer zusammengefunden, aber keiner wusste, ob sich der Protest auf die Straße übertragen lassen würde. Mit 50 bis 100 Teilnehmern war die Kundgebung angemeldet worden. Etwa 500 sind es letztlich.

Unter die Menge haben sich aber auch einige Dutzend junge Leute gemischt, die versuchen, die Demonstration zu einem Kabarett-Mittag zu verwandeln. „Was wir woll’n, das ist kein Ding - Guttenberg zum Bayern-King“, rufen sie oder fordern „Doktor-Titel für alle“. Da der Veranstalter der Bevölkerung das Wort geben will, darf jeder sprechen. So treten auch immer wieder Redner ans Mikrofon, die satirisch versuchen, sich über den Protest lustig zu machen. Gelegentlich ist kaum noch zu unterscheiden, wer es ernst meint mit der Unterstützung Guttenbergs - und wer nicht. Auf dem größten Plakat hinter den Rednern steht „Schluchz“. Am Rande der Demonstration liefern sich Guttenberg-Anhänger heftige Wortgefechte mit den jungen Leuten. Zu größeren Zwischenfällen oder Festnahmen kommt es laut Polizei aber nicht.

Trotzdem sind die Guttenberg-Anhänger in München klar in der Überzahl - anders als etwa in Berlin, wo am Samstag ebenfalls eine Demonstration stattfindet. In Hamburg treffen 350 Guttenberg-Fans auf 150 Gegendemonstranten, die am Gänsemarkt selbstgedruckte Doktortitel verteilen. In Rosenheim demonstrieren etwa 300 Menschen für eine Rückkehr zu Guttenbergs in die Politik.

Die größte Kundgebung findet in seinem Heimatort statt. Die Polizei spricht hier von 1500 Teilnehmern (und einem einzigen Gegendemonstranten), die Veranstalter gar von 4000. In Guttenberg spricht auch Karl-Theodors Vater Enoch. „Danke für Ihre liebevolle Verbundenheit“, sagt er, „danke, danke für Ihre Liebe“. Auch er kritisiert die Angriffe auf seinen Sohn: „Dieser Geifer und dieser Jagdrausch der politischen Gegner macht Angst um das Verbleiben der Mitmenschlichkeit in unserem Land“, sagt er in seiner Rede. So etwas habe er nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt und auch nicht für möglich gehalten.

Felix Müller

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