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Enoch zu Guttenberg

Guttenberg verlässt Naturschützer

Kulmbach – Vor 37 Jahren gründete Enoch zu Guttenberg selbst mit anderen prominenten Naturschützern den heute einflussreichen Umweltverband BUND. Nun kehrt er dem Verband den Rücken – im Streit um den Ausbau der Windenergie.

„Ich trete aus“, so ist ein großer Artikel in der FAZ überschrieben: Dirigent Enoch zu Guttenberg verlässt im Streit um den Ausbau der Windkraft den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Mir reicht es“, schreibt der 65-Jährige. Guttenberg aus dem gleichnamigen Ort im oberfränkischen Landkreis Kulmbach hatte den Umweltverband einst mitbegründet. Er gehe „schweren Herzens und voller Trauer“.

Der Vater von Ex-Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) wirft dem Verband vor, die „weitgehende Zerstörung der deutschen Landschaftsschutzgebiete und Naturparks durch riesige Windkraft- aber auch Photovoltaikanlagen“ zu dulden und zu unterstützen.

BUND-Chef Hubert Weiger bedauerte den Austritt Guttenbergs. „Wir sehen den Austritt als nicht begründet an“, sagte er. „Wir kämpfen nicht weniger für den Erhalt der Landschaft als Guttenberg dies zu Recht tut.“ Guttenberg hatte den BUND im Jahr 1975 zusammen mit mehr als 20 anderen Umweltschützern gegründet. Zu den Urvätern des Verbandes zählten auch Fernsehjournalist Horst Stern, Tierfilm-Legende Bernhard Grzimek, der damalige CDU-Politiker Herbert Gruhl sowie der heutige Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, und der aktuelle BUND-Vorsitzende Weiger. Der BUND war damals eine Ausweitung des bayerischen Bund Naturschutz (BN) auf ganz Deutschland, der BN fungiert seitdem als BUND-Landesverband.

In der vergangenen Woche hatte Guttenberg erklärt, er stehe „zu 100 Prozent hinter der Energiewende“. Windkraft könne eine sinnvolle Funktion haben, aber er habe Angst vor diesen „Ungeheuern aus dem Nichts“, die in Bayern nicht entlang von Autobahnen oder an Gewerbegebieten, sondern auf „höher gelegenen Regionen“ installiert werden sollten – Guttenberg zitiert hier den Bayerischen Windatlas.

Mit dem Ausbau der Windkraft würde jetzt die Landschaft kaputtgemacht, für deren Erhalt der Verband lange gekämpft habe. In seiner Austritts-Erklärung sprach Guttenberg von einer „katastrophalen Entwicklung im deutschen Landschafts-, Arten- und Denkmalschutz“. Er empfinde es als schmerzlich, dass diese Entwicklung durch BUND-Aktivitäten „verantwortungslos gefördert“ werde. Als Alternative „zu dem Irrsinn des Rotoren-Hochwalds“ benennt Guttenberg eine Reduzierung des Energieverbrauchs, etwa durch ein Verbot des Stand-by-Modus an elektrischen Geräten.

Der Bund Naturschutz (BN) hatte am Freitag die „Attacken“ Guttenbergs gegen den naturschutzverträglichen Ausbau der Windkraft scharf kritisiert. In einer Presseerklärung teilte der Verband darüber hinaus mit: „Warum Enoch zu Guttenberg ohne einen einzigen konkreten Beleg ausgerechnet den BN angreift, anstatt die Staatsregierung, die eine landesweite ökologische Windkraftplanung in Bayern bis heute nicht nach vorne bringt, bleibt sein Geheimnis.“

dw/lby

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