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Noch mehr Schule: Auf Schüler der Mittestufe plus kommt eine Extraportion Schularbeit zu.

Gymnasium in Bayern

Neue Aufregung um Mittelstufe plus

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München - An den bayerischen Gymnasien gibt es wieder einmal Wirbel um die geplante Mittelstufe plus. Sie ist jetzt mit Nachmittagsunterricht geplant - zum Entsetzen von Schulleitern.

Ab kommenden Schuljahr soll in Schulversuchen eine Ausdehnung der Mittelstufe (8. bis 10. Klasse) von drei auf vier Jahren getestet werden. Derzeit informieren die Ministerialbeauftragten ihre Schulleiter über die Details. Die jedoch haben es in sich, denn entgegen der ursprünglichen Annahme soll es auch für Schüler der Mittelstufe plus Nachmittagsunterricht geben. „Der Richtwert sind 32 Schulstunden in der Woche“, bestätigte ein Sprecher des Kultusministeriums dem "Münchner Merkur". Ohne einmal in der Woche Nachmittags-Schule werde es nicht gehen.

Gerade davor hatten Schulleiter ländlicher Gymnasien gewarnt: Die Mittelstufe plus werde unattraktiv, wenn die Schüler nicht nur insgesamt ein Jahr länger aufs Gymnasium gehen müssten, sondern auch (wie die G8-Schüler) am Nachmittag. Eine Vielzahl von Gründen spreche dagegen, hieß es. Zum Beispiel könne man für die neue Mittelstufe nur werben, wenn man den Schülern richtige Entlastung verspreche. Außerdem werde es Probleme mit den Busabfahrtszeiten geben – extra für „Mittelstufe plus“-Schüler werde kein Bus abfahren. „Diese Problematik sehe ich vor allem für die Land-Gymnasium“, sagt Karl-Heinz Bruckner, Chef der Bayerischen Direktorenvereinigung.

Außerdem werde die von der Kultusministerkonferenz vorgegebene Mindest-Jahreswochenstundenzahl um ein Vielfaches überschritten, monieren Schulleiter. Die KMK schreibt 265 Stunden am Gymnasium vor – die Zahl ergibt sich, wenn man die Schulstunden in einer Woche zwischen der 5. und 12. Klasse zusammenzählt. In der Mittelstufe plus gäbe es aber über 290 Stunden. „So eine üppige Stundenzahl gab es noch an keinem Gymnasium in Deutschland“, kommentierten Schulleiter gegenüber unserer Zeitung erstaunt. Enttäuschend wurde vermerkt, dass das Kultusministerium bis jetzt noch keine Stundentafel vorgelegt hat – also nicht sagen kann, wie viel Stunden Englisch, Mathe oder Deutsch es für „Mittelstufen plus“-Schüler verteilt über die vier Jahre geben werde.

Das werde „kein Pilotprojekt, sondern ein Verhinderungsprojekt“, heißt es beim Bayerischen Philologenverband. Die Versuchsschulen können sich bis zum 27. Februar bewerben. Etwa vier bis fünf Schulen je Regierungsbezirk sollen die „Mittelstufe plus“ testen. Das Ministerium hat zugesichert, bis Mitte März über die Testschulen zu entscheiden.

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