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Wie Versuchskaninchen fühlen sich viele Schüler des achtjährigen Gymnasiums.

G8-Reformen

Zusatzjahr für schwächere Schüler

München - Horst Seehofer nahm sich viel Zeit: Dreieinhalb Stunden diskutierte der Ministerpräsident mit Lehrern, Schülern, Eltern und den Bildungspolitikern von CSU und FDP über Probleme des Gymnasiums. Jetzt wird es wieder Reformen geben.

Der Runde Tisch am Freitagnachmittag in der Staatskanzlei hatte biblische Ausmaße: Zwölf Personen spielten Bayerns Bildungs-Jünger – neben Seehofer beispielsweise die Fraktionschefs von CSU und FDP, der Kultusminister, Lehrerverbands-Chefs und eine Elternvertreterin. Auch ein Schüler durfte nicht fehlen – Ansgar Münichsdorfer vom Erasmus-Grasser-Gymnasium in München fiel durch gewitzte Beiträge auf, plädierte sogar offen für die Rückkehr zum G9. Doch damit kam er nicht durch. Die Runde stimmte nicht ab, war auch nicht immer einig, konnte jedoch etliche Diskussionspunkte als erledigt abhaken. Im Einzelnen:

  • Zusatzjahr und G9: Schwächere Schüler, die ein Jahr mehr Zeit brauchen, bekommen ein Jahr mehr. Doch die Einführung des G9, für das sich Seehofer durchaus offen zeigte, wurde abgelehnt. Neben Schüler Münichsdorfer sprach sich nur Heinz-Peter Meidinger, Chef des Deutschen Philologenverbands und produktiver Unruhestifter bei Bildungsthemen, offen dafür aus. Stattdessen warb Kultusminister Ludwig Spaenle für ein Zusatzjahr, dessen Name (Intensivierungsjahr? Brückenjahr?) nicht feststeht. Klar ist nur, dass es in der Mittelstufe, also zwischen der 8. und 10. Klasse stattfinden soll – und nicht etwa in der Oberstufe, wie die SPD es will. Schüler sollen beispielsweise die 8. Klasse in zwei Jahren durchlaufen können, ohne dass das als Wiederholen zählt. Nach ihrer 8/I und 8/II würden sie dann wieder an der normalen 9. Jahrgangsstufe andocken, freilich mit einem Jahr Verzögerung. „Es ist fraglich, ob das so attraktiv ausgestaltet werden kann, dass sich viele Schüler freiwillig dafür entscheiden“, meinte ein Teilnehmer der Runden Tisches. Trotzdem soll das Zusatzjahr schon im September starten, am 31. Juli will der Ministerrat die Details beschließen.
  • Integrierte Lehrerreserve: Schon im nächsten Schuljahr erhalten acht Prozent der Gymnasien mehr Lehrer, als sie zur Abdeckung des Unterrichts benötigen – sprudelnde Steuern machen es möglich. Bis 2014/15 sollen sogar 75 Prozent der Gymnasien einen Reservelehrer haben, der dann für Förderstunden oder aber als Ersatz für krankheitsbedingt ausfallende Lehrer eingesetzt werden kann.
  • Lehrplan-Kürzungen: In elf der 25 Fächer soll es „maßvolle“ (Spaenle) Kürzungen geben. Kommentar eines Leher-Vertreters: „Das macht Bauchschmerzen, wenn man an die Kernfächer rangehen sollte.“ Die oft kritisierten schriftlichen Abi-Prüfungen in Deutsch und Mathe bleiben.
  • Ganztags-Gymnasien: Wenn Schulen Ganztags-Züge beantragen, werden sie genehmigt. Der Bedarf ist bisher nicht so hoch wie vermutet.

Von Dirk Walter

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