Polizeieinsatz im Friseursalon

Haariger Streit: Kundin will Pony wie Uschi Glas - und flippt aus

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München - Eigentlich wollte sie nur eine Frisur wie Uschi Glas, doch das Ergebnis gefiel der Kundin gar nicht. Noch im Friseursalon rastete sie aus - die Polizei musste schlichten.

Der Wunsch, den eine Kundin am Montagnachmittag in einem Friseursalon in Waldkraiburg äußerte, war für die Chefin problemlos zu erfüllen. Die Frau wollte den Pony geschnitten haben, um auszusehen wie Uschi Glas. Dazu hatte sie zuvor noch eine Seite aus einer der Frauenzeitschriften im Salon ausgerissen und daraus ein Foto mit ihrer Wunschfrisur präsentiert. Mit dem Resultat war die 48-Jährige dann aber gar nicht zufrieden. Sie wurde sogar handgreiflich, sodass am Ende die Polizei schlichten musste.

Uschi Glas.

„Sie hat mir das Foto gezeigt“, sagt die Salonleiterin zur tz, und dann habe sie losgelegt. Nicht lange. „Ich habe dreimal hingeschnitten, und das hat ihr nicht gepasst.“ Viel Geduld hatte die Kundin offenbar nicht, denn sie habe gleich nach Schere und Kamm verlangt. „Dann schneide ich selber“, habe sie gerufen, erinnert sich die Friseurin an die Auseinandersetzung, und: „Ihr seid doch alle zu blöd!“

Die Friseurin war geschockt. „Ich habe seit 1999 meinen Meisterbrief“, sagt sie. „Seit Jahren leite ich den Salon, aber so etwas ist mir noch nie vorgekommen!“ Warum die Kundin förmlich explodierte, kann sie sich nicht erklären. Die etwa siebenjährige Tochter der Frau habe immer wieder beschwichtigend gerufen „Mama, du siehst doch schön aus.“ Aber auch sie fand kein Gehör.

Anzeige wegen Körperverletzung wegen schlechtem Haarschnitt

Stattdessen ließ sie niemand mehr an ihre Haare, auch nicht die Kollegin der Salonleiterin. Und rief bei der Polizei an. Telefonisch sei eine Anzeige wegen Körperverletzung erstattet worden, weil der Haarschnitt nicht gelungen war, melden die Beamten. Am Telefon erkannten sie „eine angespannte Lage“ – das Geschrei sei bis vor dem Geschäft zu hören gewesen – und schickten sofort eine Streife zu dem Friseur­geschäft.

Als die Beamten eintrafen, legte die Kundin erst richtig los: „Sie hat mich an den Haaren gezogen“, erzählt die Friseurin. Da­rum hat sie Anzeige gegen die rabiate Frau erstattet. Was ihr obendrein ziemlich stinkt: Die 48-Jährige rauschte ab, ohne die zerrissene Zeitschrift und die Friseurrechnung zu bezahlen. Die Quittung für ihr haarsträubendes Verhalten bekommt sie demnächst von der Staatsanwaltschaft …

Volker Pfau

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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