Mysteriöse Suchanfragen

Haben hunderte bayerische Schüler beim Deutsch-Abi betrogen?

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Haben Bayerns Abiturienten während der Deutsch-Prüfung Lösungen aus dem Internet abgeschrieben? Auf einer Website für Lehrer-Material spielte sich Seltsames ab. 

München – Haben bayerische Abiturienten bei ihren Abschlussprüfungen nachgeholfen? Diese Vermutung hat nun zumindest Dominik Dresel, der Gründer der Website Lehrermartkplatz.de, laut vice.com geäußert. Auf Dresels Seite haben Lehrer die Möglichkeit, Unterrichtsmaterialien kaufen und zu verkaufen. Also auch Interpretationen von Gedichten beispielsweise.

Auffällig viele Nutzer googeln Gottfried Kellers „Winternacht“

Verdächtig viele Besucher haben dem Bericht zufolge die Website Lehrermarktplatz.de am 9. Mai besucht – dem Tag, an dem Bayerns Abiturienten ihr Deutsch-Abitur geschrieben haben. Und noch etwas ist auffällig: Viele neue Besucher haben sich zum einen die Interpretation des Gedichts „Winternacht“ des Schweizer Schriftstellers Gottfried Keller angesehen.

Eine Suche bei Google Trends erhärtet den Verdacht: Der Suchbegriff „Winternacht Keller“ wurde ziemlich häufig gesucht. Außerdem kamen die meisten Zugriffe auf die Gedichtinterpretation aus dem Freistaat.

Wann haben die Besucher Google befragt?

Haben die bayerischen Prüflinge ihre eigene Interpretation während der Prüfung mit ihrem Smartphone mit der aus dem Internet abgeglichen? In Gottfried Kellers Gedicht geht es laut gängiger Interpretation darum, dass sich der Autor verliebt hat. Allerdings ist er zu scheu, seine Angebetete anzusprechen. Um dies zu verarbeiten, lässt er das lyrische Ich eine stille Winternacht beschreiben. In der Dunkelheit sieht er eine Nixe. Er kann aber nicht zu ihr, zwischen ihnen ist eine dünne Eisschicht.

Interessant wäre nun, zu welcher Uhrzeit „Winternacht Keller“ bei Google gesucht wurde. Diese Details veröffentlicht der Konzern allerdings nicht, weil genaue Angaben zu Zeitpunkt, Suchanfrage und Ort die Anonymität der Nutzer gefährden würden, so Google.

Einige Schüler haben beim Deutsch-Abi wohl betrogen

Dominik Dresel hingegen hat Zahlen. Laut ihm haben 7,2 Prozent der Besucher die Interpretation während des Deutsch-Abiturs aufgerufen. Also hat sich ein Großteil erst nach der Prüfung nachgeschaut, ob die eigene Version mit der auf Lehrermartkplatz.de übereinstimmt. Ein paar wenige Schüler jedoch haben möglicherweise während des Tests geschummelt – obwohl sie die Handys meist vor der Prüfung abgeben müssen. 

Abitur 2017: CSU blamiert sich mit Foto-Panne

Ein unangenehmer Fauxpas ist der CSU unterlaufen. Auf ihrer Facebook-Seite hat die Union ein Foto gepostet, darunter stand: „Wir wünschen unseren bayerischen Schülern viel Erfolg! Toi, Toi, Toi!“. Auf dem Bild war allerdings keine Abschlussklasse aus dem Freistaat zu sehen, sondern Abiturienten des Domgymnasiums in Magdeburg. Da wurde wohl nicht genau recherchiert. Peinlich.

Erstmals schreiben bayerische Abiturienten Chinesisch-Abi

Beim Abitur 2017 im Freistaat gab es auch eine Premiere. Erstmals haben bayerische Schüler eine Abi-Prüfung im Fach Chinesisch geschrieben. Am Münchner St.-Anna-Gymnasium haben sich sieben Schüler der Herausforderung gestellt. Wir haben mit ihnen gesprochen.

rm

Rubriklistenbild: © dpa

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