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Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU)

Ausbau der Kindertagesstätten führt zu massivem Fachkräftemangel

Bayern braucht Erzieher

München – Ein massiver Mangel an Erzieherinnen und Erziehern droht Bayern in den kommenden Jahren. Dies gestand Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) im Sozialausschuss des Landtags ein.

Entgegensteuern will sie durch vermehrte Ausbildung und gezielte Anwerbung.

Derzeit sind nach Angaben des Sozialministeriums 55 000 pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten beschäftigt. Gehe der Krippenausbau weiter wie geplant, werden 2013 rund 8000 Erzieher zusätzlich gebraucht. Wird allerdings der sogenannte Anstellungsschlüssel in den Kindertagesstätten weiter verbessert, also mehr Erzieher eingestellt, was Haderthauer nach eigenen Worten anstrebt, vergrößert sich die Lücke und es würden 11 500 zusätzliche Betreuer gebraucht. Derzeit liegt der Schlüssel in Bayern bei 1:10,3. Ziel Haderthauers ist ein Schlüssel von 1:10.

Der zügige Ausbau der Kindertageseinrichtungen ist nach Haderthauer Ursache für den Fachkräftemangel. Hinzu kämen die „massiv steigenden Anforderungen“ an die Erzieher. Der Markt in Ballungszentren wie München sei quasi leergefegt. Deshalb kündigte Haderthauer an, man werde „das Feld für Quereinsteiger wie etwa Grundschullehrer und Diplompädagogen öffnen“. Neue Erzieherinnen sollen zudem von den drei neuen Fachakademien für Sozialpädagogik kommen.

Auch Männer will die Ministerin begeistern: „Da besteht Nachholbedarf.“ Helfen könne eine höhere Wertschätzung des Berufs, ausgedrückt durch ein „angemessenes Gehalt“. „Das Erziehergehalt muss sich dem eines Grundschullehrers annähern“, sagte Joachim Unterländer (CSU). Eine erleichterte Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse ist nach Haderthauer wünschenswert. Sie gab zu: „Auch die Bedeutung einer gesundheitsgerechten Ausstattung der Tagesstätten wurde lange unterschätzt.“

Nach Meinung der Opposition sind die aktuellen Bestrebungen der Staatsregierung zwar respektabel, doch könnten sie den steigenden Bedarf an Erziehern bis 2013 nicht decken. Die CSU habe die Bedeutung der frühkindlichen Bildung in den vergangenen Jahren „tief und fest verschlafen“, kritisierte Grünen-Politikerin Renate Ackermann. Nach ihren Berechnungen werden bis 2013 pro Jahr in Bayern etwa 3400 zusätzliche Erzieher benötigt.

Susanne Sasse

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