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Das Landgericht sprach Arzt und Pfleger 2009 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei

Häftling verblutet: Gefängnis-Arzt kämpft um seinen Job

Nürnberg - Ein Häftling der Nürnberger JVA schneidet sich die Pulsadern auf und löst den Notruf aus. Der Anstaltsarzt kam aber nicht selbst zum Gefängnis - für den Mediziner kein Grund für eine Kündigung.  

Die juristischen Auseinandersetzungen um den Selbstmord eines Häftlings im Nürnberger Gefängnis dauern an. Der zuständige Gefängnisarzt ist wegen einer Kündigung, die ihm nach dem tragischen Zwischenfall ausgesprochen worden war, vor das Arbeitsgericht gezogen. Eine gütliche Einigung scheiterte am Donnerstag. Auch vor dem Landgericht muss er sich vom März an wieder verantworten.

Im Juli 2008 war ein Häftling mit aufgeschnittenen Adern im Gefängnis aufgefunden worden. Ein Pfleger rief daraufhin den Arzt an, der Bereitschaftsdienst hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mediziner später vorgeworfen, sich nicht ausreichend um den Mann gekümmert zu haben. Er habe dem Pfleger lediglich Anweisungen gegeben, wie der Schwerverletzte zu versorgen sei. Kurz darauf verstarb der Häftling.

Beide - Arzt und Pfleger - hätten die Gefahr erkennen und den Patienten entsprechend medizinisch versorgen müssen, um sein Leben zu retten, argumentierten die Anklagevertreter. Das Landgericht sprach Arzt und Pfleger jedoch 2009 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung frei. Das Gefängnis allerdings kündigte dem Arzt. Zur Begründung hieß es, unter den Gefangenen hätte es rumort, eine Weiterbeschäftigung sei unmöglich gewesen. Zudem habe ein Gutachten im Strafprozess aufgezeigt, dass der Mediziner seine Pflichten verletzt habe.

Der Arzt dagegen argumentierte am Donnerstag vor dem Arbeitsgericht, dass er auch nach dem Vorfall zunächst noch in der Justizvollzugsanstalt (JVA) weitergearbeitet hatte. Eigentlich müsse eine Kündigung spätestens zwei Wochen nach dem Kündigungsgrund ausgesprochen werden. Er sei aber erst Monate später suspendiert worden. Am 3. März will das Arbeitsgericht die Entscheidung bekanntgeben, ob die Kündigung rechtens war. Ebenfalls im März wird der Fall auch vor dem Landgericht wieder aufgerollt. Die Eltern des damals 24 Jahre alten Häftlings waren gegen den Freispruch in Berufung gegangen.

lby

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