Häftlingsmord in Straubing - Lebenslang für Mitgefangenen

Regensburg/Straubing - In Straubing wird ein Häftling erstochen. Der mutmaßliche Haupttäter bringt sich während des Prozesses um, sein Komplize wurde nun zu lebenslanger Haft verurteilt.

Nach einem Mord an einem Mithäftling im bayerischen Hochsicherheitsgefängnis in Straubing wird ein 40 Jahre alter Gefangener möglicherweise nie mehr in Freiheit kommen. Er wurde am Montag vom Landgericht Regensburg zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Strafkammer stellte auch die Besondere Schwere der Schuld fest, so dass der Häftling nicht bereits nach 15 Jahren auf Bewährung frei kommen kann. Zudem ordneten die Richter an, dass der Angeklagte nach seiner Haftstrafe in Sicherungsverwahrung kommt. Mit dem Urteil folgte die Kammer dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der 40-Jährige war im Oktober 2008 am Mord an einem Häftling durch Messerstiche beteiligt. Der eigentliche Hauptangeklagte, ein 41-Jähriger, hatte sich im März in seiner Zelle erhängt.

Hintergrund der Tat war nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ein Streit um die Vormachtstellung in dem Clan der Häftlinge. Zur Tatzeit waren etwa 20 Insassen in der 12 Quadratmeter kleinen Zelle. Vorgeschichte war, dass der 41-Jährige Geld aus einer Gemeinschaftskasse der Häftlinge genommen haben soll. Das spätere Opfer soll ihn dabei beobachtet und gedroht haben, den 41-Jährigen zu verraten. Gemeinsam mit dem 40-Jährigen soll der 41-Jährige daraufhin einen Mordplan geschmiedet haben.

Zwei weitere Angeklagte bekamen in der Verhandlung Haftstrafen von zwei beziehungsweise drei Monaten. Sie wurden von der Strafkammer lediglich der unterlassenen Hilfeleistung für schuldig befunden. Die Staatsanwaltschaft hatte auch für diese beiden Beschuldigten mehrjährige Haftstrafen verlangt.

Die Straubinger Justizvollzugsanstalt ist Bayerns wichtigstes Gefängnis für Straftäter mit langen Haftstrafen. Etwa jeder vierte der etwa 800 Insassen sitzt eine lebenslange Haft wegen Mordes ab, zudem werden aus ganz Bayern die zu Sicherungsverwahrung verurteilten Täter in der niederbayerischen Haftanstalt eingesperrt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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