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In diesem Autowrack (links) verlor der 18-jährige Fahrer in Fürstenfeldbruck sein Leben, wenig später starb auch sein Mitfahrer. Ein dritter Insasse überlebte den Unfall schwerverletzt. Der Baum bohrte sich in die Seite des BMW.

Häufigste Todesursache: Raserei

München - Die Polizei in Oberbayern stellt ihre Unfallstatistik für 2011 vor. Zu schnelles Fahren war auch letztes Jahr wieder einer der Hauptgründe, die viele Menschen das Leben gekostet haben.

So wie im Fall der beiden 18-jährigen Burschen in Fürstenfeldbruck.

Es ist ein ausgelassener Abend im Oktober 2011. Ein paar junge Männer schauen sich im Fernsehen das Spiel Deutschland-Türkei an. Danach fahren sie in zwei BMW und einem Renault Richtung Stadtzentrum Fürstenfeldbruck . Die Fahrer sind 18 Jahre alt. Plötzlich tritt der BMW-Fahrer aufs Gas, überholt die anderen zwei Wagen. Zeugen schätzen, dass der BMW-Fahrer mit 120 Stundenkilometer gerast ist. Dann kommt dem Wagen ein Auto entgegen. Der junge Mann bremst scharf, die Straße ist nass, der Wagen kommt ins Schleudern. Das Auto prallte gegen einen Baum. Der 18-jährige Fahrer ist sofort tot, seine beiden Mitfahrer erleiden schwere Verletzungen. Einer der beiden Freunde stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Es war ein Schicksal, das ganz Fürstenfeldbruck berührte.

Der Unfall ist nur einer von vielen, und er verschwindet schnell hinter den nüchternen Zahlen der Statistiken. Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle – genauso wie im vergangenen Jahr. Das bestätigen die Unfallstatistiken, die die beiden oberbayerischen Polizeipräsidien Oberbayern Nord und Süd nun für 2011 vorgestellt haben.

In den insgesamt 19 Landkreisen vom Berchtesgadener Land über Ebersberg bis Neuburg-Schrobenhausen ist die Zahl der Verkehrsunfälle demnach zurückgegangen. Im Bereich Oberbayern Süd sank die Unfallzahl um zwei Prozent von 34 000 im Jahr 2010 auf 33 697. Oberbayern Nord verzeichnete 2010 42 050 Unfälle, vergangenes Jahr waren es noch 40 551. Bei den Unfällen mit Todesfolge gehen die Entwicklungen jedoch auseinander. Im Bereich Süd stieg die Zahl der Todesopfer von 93 auf 115. Hier starben mehr als ein Drittel der Todesopfer, weil zu schnell gefahren wurde. „Die Zahl der Toten durch Raserei erhöhte sich um 63 Prozent, von 27 auf 44“, sagte ein Polizeisprecher. Da halfen auch die rund 8000 Geschwindigkeitskontrollen der Polizisten nichts.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord hingegen stellten die Beamten im Jahr 2011 einen deutlichen Rückgang der Verkehrsunfälle mit Ursache Geschwindigkeit fest. Diese gingen von 3558 auf 2337 zurück, ein Rückgang um 34,31 Prozent. „Wesentlichen Anteil daran hatte insbesondere die konsequente Geschwindigkeitsüberwachung“, heißt es in der Statistik. Die Beamten im Norden Oberbayerns verzeichneten aber insgesamt einen leichten Anstieg der Todesopfer, von 92 auf 94. Das ist die Zahl, hinter der sich auch der Tod der beiden 18-Jährigen verbirgt. Alkohol aber, das stellte die Polizei Fürstenfeldbruck später fest, war bei diesem tragischen Unfall nicht im Spiel.

Anders als bei 2212 betrunkenen Lenkern, die die Polizei im Süden Oberbayerns 2011 aus dem Verkehr gezogen hat. 2314 Personen waren es bei der Polizei im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord. „Der Schwerpunkt der polizeilichen Verkehrsüberwachung wird weiterhin in den Bereichen Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen und der Einhaltung der Verkehrsvorschriften liegen“, heißt es bei den beiden Präsidien. Ein Kampf, den die Beamten schon seit Jahrzehnten führen.

Für 2012 wird die Polizei wieder eine lange Statistik mit vielen Zahlen veröffentlichen. Es werden wieder schwere Unfälle passieren. In Fürstenfeldbruck, an der Stelle, an der die zwei jungen Männer im letzten Oktober ihr Leben verloren, erinnern Kerzen und Kuscheltiere daran, wie schnell alles von einer Sekunde zur anderen vorbei sein kann.

Patrick Wehner

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