Haft für „Chiemsee-Kessel“-Betrüger

Seebruck - Einen fast elf Kilo schweren Pokal aus reinem Gold aus dem Chiemsee wollte ein Finanzjongleur in der Schweiz als den "Heiligen Gral" verkaufen. Doch der Betrug flog auf.

Mit der betrügerischen Vermarktung des sogenannten Chiemsee-Kessels wollte der 63-Jährige seine Geldprobleme lösen. Dafür sowie wegen Urkundenfälschung und Betrug in weiteren Fällen muss er nun 15 Monate hinter Gitter.

Der Verurteilte aus der Gemeinde Meilen im Kanton Zürich hatte etliche Anleger geprellt. Ihm wurde vorgeworfen, Anleger mit riskanten Geschäften um insgesamt rund 24 Millionen Franken (20 Millionen Euro) gebracht zu haben. Zu seinen geplatzten Deals gehörte der Versuch, den 2001 im Chiemsee von einem Hobbytaucher gefundenen Pokal aus 18-karätigem Gold zu Geld zu machen. Das knapp elf Kilogramm schwere Stück sollte angeblich uralt und möglicherweise gar der sagenumwobene „Heilige Gral“ sein.

Im Mai 2005 konnte der Beschuldigte das Stück für rund 300 000 Euro erwerben. Später gelang es ihm, diverse Investoren zu Anteilhaberverträgen überreden, die ihm rund 7,4 Millionen Euro eingebracht haben sollen. Doch dann zeigte sich, dass der „Chiemsee-Kessel“ nur rund 90 Jahre alt war, wie Experten der Archäologischen Staatssammlung in München ermittelten.

Vermutet wird, dass es sich beim dem Kessel um ein Relikt aus der Nazizeit handelt. Im September 2006 ließ die Zürcher Staatsanwaltschaft den Gral beschlagnahmen und eröffnete ein Strafverfahren. Das mit Figuren in Treibarbeit verzierte kostbare Stück soll nun dem Konkursamt übergeben werden.

Der Kessel aus reinem Gold war im September 2001 im Chiemsee bei Seebruck (Landkreis Traunstein) in drei Meter Tiefe gefunden worden. Der Fund wurde damals zunächst geheim gehalten und wurde erst ein Jahr später bekannt.

Das Zürcher Obergericht verurteilte den Angeklagten in zweiter Instanz insgesamt zu drei Jahren Gefängnis. Davon wurden 21 Monate für eine vierjährige Bewährungszeit ausgesetzt, wie das Gericht am Freitag bestätigte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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