Schönheitschirurg muss für ein Jahr und fünf Jahre ins Gefängnis.

Haftstrafe für Schönheitschirurg

Würzburg - Ein Schönheitschirurg hat bei einer Bauchstraffung absichtlich einen dünnen OP-Stoff im Körper eines Patienten gelassen - das muss er nun mit einer Freiheitsstrafe büßen.

Der 76-Jährige muss ein Jahr und fünf Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht Würzburg verurteilte den Arzt am Mittwoch wegen vorsätzlicher Körperverletzung und versuchten Betrugs. Der bereits vorbestrafte Mann hatte zugegeben, jahrelang eine Kosmetikerin als OP-Schwester eingesetzt zu haben. Bei der Bauchstraffung des damals 30-jährigen Mannes will der Mediziner indes nichts falsch gemacht haben.

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Nach Angaben des Gerichts hätte der Arzt statt des OP-Stoffes ein teures Titannetz einsetzen müssen, um die Wunde zu stabilisieren. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen vorsätzlicher Körperverletzung und versuchten Betrugs in drei Fällen eine Haftstrafe von zwei Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte nur den versuchten Betrug gesehen und auf 180 Tagessätze zu je 70 Euro plädiert. Der Chirurg hatte im August 2004 den damals 30-Jährigen operiert. Der Patient litt später wegen des OP-Stoffes in seinem Körper unter Schmerzen und musste erneut unters Messer.

Der Mediziner hatte mit einer Kosmetikerin zusammengearbeitet. “Sie hat mir fünf bis sechs Jahre assistiert. Ich habe sie ausgebildet“, sagte der Chirurg. Die 44-jährige Frau hingegen hatte zu Prozessauftakt am Montag erklärt, sie habe keine medizinische Ausbildung erfahren. Das Amtsgericht verurteilte den Angeklagten zudem wegen versuchten Betrugs in drei Fällen. Unter anderem hatte der Mann versucht, der Staatskasse die Übernachtungskosten für seinen Anwalt aufzubürden. Im kommenden Februar steht der Arzt wegen grober Fehler bei einer Brustvergrößerung erneut vor Gericht.

dpa

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