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Heftige Pfingst-Unwetter in Bayern: Blitz schlägt in Haus ein, Ansage für Festival-Besucher

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Von: Julia Volkenand, Tanja Kipke, Felix Herz

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Starkregen, Hagel und Sturmböen: Der Pfingstsonntag war in Bayern ziemlich ungemütlich. Einsatzkräfte berichten nun über den Unwetter-Abend.

Update vom 6. Juni, 09.35 Uhr: Immer mehr Einsätze in Bezug auf die teils heftigen Gewitter am Pfingstsonntag in Bayern werden bekannt. In Biessenhofen (Landkreis Ostallgäu) blieb ein Auto in einer vollgelaufenen Unterführung stecken. Die Insassen wurden unverletzt von der Feuerwehr befreit. 

Glück im Unglück hatte ein Hausbesitzer in Kaldorf (Ortsteil von Titting, Landkreis Eichstätt) am Sonntagvormittag. Als dieser nicht Zuhause war, hatte in Blitz im Bereich des Kamins eingeschlagen und die Verkleidung zwischen Dachziegel und Dämmung in Brand gesetzt. Gegenüber des Hauses wohnt die Tochter des Hausbesitzers und bemerkte die Rauchentwicklung. Sie verständigte die Einsatzkräfte, die dann schnell und in großer Zahl das entstehende Feuer löschten, bevor es das Haus selbst beschädigen konnte. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von 20.000 Euro.

Aufgrund der Unwetterwarnung gab es eine Unterbrechung auf dem Musikfestival „Ikarus“ in Memmingen. Zwischen 15.00 und 16.00 Uhr spielten keine Bands und die Gäste wurden gebeten, sich nicht in ihre Zelte, sondern in ihre Autos zu begeben. Ab 16.00 Uhr wurde das Konzertprogramm dann fortgesetzt.

Update vom 6. Juni, 08.20 Uhr: Am Tag nach den schweren Unwettern in Bayern werden weitere Schäden sichtbar und Meldungen von den Sturmfolgen verbreiten sich. In Niederbayern waren die Polizei und Feuerwehr mit zahlreichen Einsätzen beschäftigt.

Bei Neukirchen sei vor einem Wald ein Baum auf ein Auto gestürzt, teilte die Polizei am frühen Montagmorgen mit. Nahe Velden (Landkreis Landshut) fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto. In beiden Fällen wurde niemand verletzt. In Pilsting (Landkreis Dingolfing-Landau) beendete ein Gewitter eine Veranstaltung vorzeitig: Ein Bierzelt mit rund 2500 Besuchern musste geräumt werden. Insgesamt belief sich die Anzahl der witterungsbedingten Einsätze am Abend des 5. Junis auf 156.

Update vom 5. Juni, 21.47 Uhr: Der DWD hat die Unwetterwarnung der Stufe drei in Bayern aufgehoben. Lediglich im äußersten Osten kann es jetzt noch vereinzelt zu Gewittern kommen.

Update vom 5. Juni, 19.09 Uhr: Im Südosten Bayerns scheint das Schlimmste vorüber zu sein. Starkregen, Windböen und Gewitter zogen am Sonntagabend über die Region. Im Allgäu kam es sogar zu heftigen Hagelschauern und umgestürzten Bäumen. Inzwischen hat der DWD die Unwetterwarnung für große Teile Bayerns reduziert. Östlich von München kann es von Amberg bis Rosenheim noch zu schweren Gewittern kommen. Schwere Gewitter mit Starkregen und Hagel können westlich von Landshut auftreten, eine Warnung der Stufe vier gilt jedoch nur noch für den Landkreis Pfarrkirchen.

Update vom 5. Juni, 17.20 Uhr: Im Allgäu kam es am Sonntagabend bereits zu heftigen Hagelschauern, berichtet die dpa. Bilder zeigen Hagelfelder, die einen Supermarktparkplatz aussehen lassen, wie im Winter. Auch in Südostbayern ist das Gewitter inzwischen angekommen. Im Münchener Süden kommt es bereits zu heftigen Starkregenschauern und Sturmböen.

Wetter im Allgäu
289997969.jpg © Davor Knappmeyer

Update vom 5. Juni, 17 Uhr: Inzwischen hat sich ein größeres Gewitterkomplex im Alpenvorland gebildet. Wie der DWD twittert, sei das Gewitter mit Starkregen und Sturmböen auf dem Weg nach München. Außerdem berichtet der Wetterdienst von einer zweiten großen Gewitterzelle mit Hagel südlich Bad-Tölz, das Richtung Rosenheim und Traunstein zieht.

Auf einer Website zeichnet der DWD die wohl vom Sturm betroffenen Gebiete aktuell mit der Warnstufe drei aus. Das stellt die zweithöchste Warnstufe bei Gewittern dar.

Ursprungsmeldung vom 5. Juni: Es wird ungemütlich im Freistaat. Am Pfingstsonntag soll es gewittern. Sogar Unwetter sind wahrscheinlich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für ganz Bayern eine „Vorabinformation Unwetter“ vor schweren Gewittern herausgegeben. Ab dem frühen Sonntagnachmittag würden von Westen und Südwesten schwere Gewitter aufziehen.

„Dabei muss mit heftigem Starkregen mit Mengen zwischen 25 und 40 l/qm in kurzer Zeit, Hagel mit Korngrößen um 3 cm und schweren Sturmböen um 95 km/h (Bft 10) gerechnet werden“, heiß es in der Warnung. In einigen Regionen im Westen scheinen die Gewitter schon angekommen zu sein.

Wetter in Bayern: DWD warnt vor Unwettern – „Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr!“

Eine amtliche Warnung gilt momentan für den Westen Bayerns. Betroffen sind Teile Schwabens und Mittelfrankens. Die Warnung gilt noch bis 10 Uhr am Sonntag. „Vereinzelt können beispielsweise Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände“, schreibt der DWD. Durch den Platzregen seien kurzzeitig auch Verkehrsbehinderungen möglich. „Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr!“

Am Sonntagvormittag warnt der DWD vor allem in Schwaben und Mittelfranken vor Gewittern.
Am Sonntagvormittag warnt der DWD vor allem in Schwaben und Mittelfranken vor Gewittern. © Deutscher Wetterdienst

Bei den Gewittern, die heute Mittag noch über Bayern hinwegziehen sollen, sei laut DWD sogar Großhagel mit Korngrößen um fünf Zentimeter möglich. Auch Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde sind nicht ausgeschlossen. „Es besteht erhöhte Gefahr vor umstürzenden Bäumen, Überflutungen und Schäden an der Infrastruktur.“

Unwetter treffen auch München

Laut weather.com liege der deutschlandweite Schwerpunkt der Unwetterlage im Süden, hier drohen den Meteorologen zufolge sogar gefährliche „Superzellen“. Bis zum Abend erreicht die Schwergewitterlage dann München und Nürnberg – und genau dann auch noch ihren Höhepunkt. Auch im Laufe des Montags ziehen die Gewitter dann weiter, sie hinterlassen aber ein weiterhin recht nasses und deutlich kühleres Bayern. Bis Dienstag sollen die Temperaturen dann noch weiter fallen.

Aber auch im Rest von Deutschland soll es ordentlich krachen. In Niedersachsen herrscht ebenfalls Unwetter-Alarm.

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