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Thomas Wulff muss eine Geldstrafe von 1200 Euro zahlen.

Hakenkreuzfahne im Grab - Strafe bestätigt

Passau - Der bundesweit bekannte Rechtsextremist Thomas Wulff muss eine Geldstrafe von 1200 Euro zahlen, weil er einem ehemaligen Neonazi-Funktionär eine Hakenkreuzfahne ins Grab gelegt hat.

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Vor dem Passauer Landgericht endete am Donnerstag eine Berufungsverhandlung wegen des Falls mit der Einstellung des Verfahrens. Wulff, der Mitglied im NPD-Bundesvorstand ist, und die Staatsanwaltschaft hatten auf Anregung des Richters ihre jeweiligen Berufungsanträge zurückgezogen. Damit wurde ein früheres Urteil des Amtsgerichtes Passau rechtskräftig. Demnach muss der 47-Jährige 120 Tagessätze zu je 10 Euro zahlen.

Bilder vom Prozess

Neonazi Thomas Wulff vor Gericht

Im Umfeld der Beisetzung kam es damals zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen einigen Neonazis und der Polizei. Die Krawalle gelten als möglicher Auslöser des ungeklärten Mordanschlags auf den damaligen Passauer Polizeichef Alois Mannichl im Dezember. Die Ermittler schließen nicht aus, dass es sich bei dem Messerangriff um einen Racheakt eines Neonazis handelte. Mannichl war mehrfach konsequent gegen Aufmärsche der rechten Szene vorgegangen und wurde deshalb auch im Internet angefeindet, beispielsweise von der NPD.

Zu der Beisetzung des letzten Vorsitzenden der 1995 verbotenen Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei, Friedhelm Busse, waren im Juli 2008 etwa 80 Rechtsextremisten aus ganz Deutschland nach Passau gekommen - darunter auch der ebenfalls bei der NPD aktive Wulff. Nach seiner Aussage haben ihm zwei "Kameraden" bei der Trauerfeier eine Reichskriegsflagge mit dem Hakenkreuz sowie eine Fahne des Deutschen Reiches gegeben, damit er die beiden Flaggen auf dem Sarg drapiert. Dabei habe er erst später - als die Flaggen im Grab lagen - bemerkt, dass auf der einen ein Hakenkreuz aufgedruckt ist.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach zwei Tagen das Grab öffnen und die beiden Fahnen entfernen lassen. Wulffs Verteidiger, der Hamburger NPD-Vorsitzende Jürgen Rieger, hatte einen Freispruch verlangt. Er sagte, die verbotene Flagge sei nur im Kreise der Trauergäste aufgetaucht und damit nicht öffentlich gezeigt worden. Dieser Ansicht schloss sich Amtsrichter Hans Wastlhuber nicht an. Er betonte, dass ein Journalist das Hakenkreuz kurz gesehen und dann auch Fotos gemacht habe.

dpa

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