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Ungewöhnlicher Prozess

Halterin eines kranken Chamäleons vor Gericht

Kempten - Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz muss sich die Halterin eines Chamäleons am Dienstag (13.30 Uhr) vor dem Amtsgericht Kempten verantworten.

Weil ihr krankes Chamäleon mehrere Tage Schmerzen erleiden musste, muss eine 20 Jahre alte Frau aus Kempten 100 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Zudem muss sie ihr Chamäleon noch einmal tierärztlich untersuchen lassen. Gegen diese Auflagen hat das Amtsgericht Kempten am Dienstag ein Verfahren gegen die Frau wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz nach Jugendrecht eingestellt. Die Auflagen seien als „Denkzettel“ gedacht, „damit so etwas nicht mehr vorkommt“, sagte die Amtsrichterin.

Die Anklage hatte der 20-Jährigen vorgeworfen, dass sie es zunächst abgelehnt hatte, ihr krankes Tier operieren zu lassen. Ein Tierarzt hatte festgestellt, dass das Chamäleon unter anderem an einer Knochenverformung leidet. Obwohl der Arzt die Halterin darauf hinwies, dass diese Krankheit dem Tier erhebliche Schmerzen verursacht und bei unterlassener Therapie zum Tod führen kann, hat diese zunächst nichts unternommen. Nur auf polizeilichen Druck hin wurde der Eingriff später noch durchgeführt. „Es war mir zu teuer“, begründete die junge Frau kleinlaut ihr Handeln. „Aber ich hätte es nicht sterben lassen.“

Das Gericht stellte fest, dass das Chamäleon letztlich behandelt wurde und so überlebte. Daher wurde das Verfahren eingestellt. Dennoch: „Sie waren mit dem Tier überfordert“, sagte die Richterin. Wenn sie es weiter halten will, müsse sich die Angeklagte besser über ihr ausgefallenes Haustier informieren. „Es ist völlig inaktzeptabel, dass das Tier mehrere Tage Schmerzen erleiden musste.“

dpa

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