Versuchter Mord

Hammerangriff auf Ehefrau - Urteil

Regensburg - Ehestreit eskaliert. Ein 62-jähriger Rentner hat versucht, seine Ehefrau mit einem Hammer zu erschlagen. Jetzt fiel das Urteil.

Mindestens elfmal schlug der Mann aus dem oberpfälzischen Rettenbach mit dem Hammer auf seine Ehefrau ein. Ein Nachbar hört die Schreie der 75-Jährigen, alarmiert die Polizei und hält den 62-Jährigen von seinem Opfer ab, das schwer verletzt überlebt. Wegen versuchten Mordes muss der Rentner sieben Jahre ins Gefängnis. Außerdem ordnete das Landgericht Regensburg am Donnerstag die Unterbringung des Mannes in einer Psychiatrie an. Bereits Wochen vor der Tat habe der Angeklagte den Entschluss gefasst, seine Ehefrau zu erschlagen, sagte der Vorsitzende Richter, Werner Ebner, bei der Urteilsbegründung. Und noch heute bedauere der 62-Jährige, dass sein Opfer überlebt habe.

Der Angeklagte leidet laut Gutachten unter einer krankhaften seelischen Störung, einer affektiven Instabilität und verminderter Hemmungsfähigkeit. „Dies führt aber nicht zu einer Schuldunfähigkeit, sondern zu einer erheblich verminderten Steuerungsfähigkeit“, betonte Richter Ebner. Schließlich sei sich der Angeklagte den Folgen seines Handelns durchaus bewusst gewesen. Nach wie vor sei er eine Gefahr für seine Ehefrau und auch seinen Stiefsohn. „Er nimmt seine Umwelt nach wie vor als feindselig war“, betonte der Richter.

Nach einem Neuanfang gibt es schnell wieder Streit

Schon seit Jahren gab es Streit zwischen den Eheleuten. Die 75-Jährige hatte sich 2011 getrennt, nachdem der Ehemann ihr einen Topf auf den Kopf geschlagen hatte. Im vergangenen Frühjahr versuchten beide jedoch einen Neuanfang im oberpfälzischen Rettenbach. Schnell ging der Streit aber von vorne los.

Im Juli hatte der Rentner nach einem gemeinsamen Mittagessen auf der Terrasse eine Flasche Bier getrunken. Als die 75-Jährige ihn ansprach, ob dies am helllichten Tag sein müsse, antworte der 62-Jährige: „Mann sollte dir die Flasche auf den Kopf schlagen.“ Wenig später ging der Mann in die Wohnung, holte einen Hammer aus der Werkzeugkiste, schlich sich von hinten an seine Frau heran und schlug mindestens elfmal mit voller Wucht zu. Nur Dank des beherzten Eingreifens der Nachbarn, ließ er von seinem Opfer ab. Die Frau erlitt sieben Schädelfrakturen und leidet noch heute seelisch unter der Tat.

Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft beantragt und will eine Revision prüfen. Der Verteidiger des Angeklagten bewertete das Urteil als „relativ milde“. „Ich werde meinem Mandanten raten, es zu akzeptieren“, sagte Rechtsanwalt Michael Haizmann.

dpa

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