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Dominik ist Handball-Schiedsrichter in Bayern. In seinem Gastbeitrag beschreibt er zwei Erlebnisse, die er nicht vergessen wird.

Zwei Situationen, die er nie vergisst

Handball-Schiri: Unfaire Trainer und Eltern der jungen Spieler machen mich sprachlos

Dominik ist Handball-Schiedsrichter in Bayern. In seinem Gastbeitrag beschreibt er zwei Erlebnisse, die er nicht vergessen wird: Schubsende Spieler, die von ihren Eltern angefeuert werden, und Trainer, die aufeinander losgehen.

Ich bin Handball-Schiedsrichter und es gibt genau zwei Erlebnisse, die mir nicht aus dem Kopf gehen. Da war zum Beispiel dieses eine A-Jugendspiel in Ingolstadt. Ein Spieler bekam von mir eine Zwei-Minuten-Strafe, weil er einen Gegenspieler umgeworfen und dann noch gemeckert hatte. Von der Tribüne brüllten Eltern rüber: „Was ist das für ein scheiß Schiri? Der ist ja höchstens so alt wie die Spieler!“ Zugegeben: Ich sehe jünger aus als 23 Jahre, bin Jahrgang '94 – die Spieler auf dem Feld sind Jahrgang '99 und 2000. 

Aber nur weil den Eltern meine Entscheidung nicht passt, ist das kein Grund, so zu schimpfen und persönlich zu werden. Dem Spieler, dem ich die Zwei-Minuten-Strafe gegeben habe, ging auf die Auswechselbank. Ungefähr zehn Sekunden vor Spielende stand es 41:35 (und ein Spiel dauert 60 Minuten). Es waren also sehr viele Tore gefallen. Ein Spieler von Ingolstadt wollte auf das Tor der Münchner werfen. Ich pfiff ihn jedoch zurück, da er einen Schrittfehler gemacht hatte. Er war nicht mit meiner Entscheidung einverstanden, schubste mich leicht und brüllte mich mit aggressiver Stimme an: „Was soll der Scheißdreck?“

Ich machte einen Vermerk im Spielbericht. Viele Schiedsrichter verzichten darauf. Aus Angst. Oder weil sie nicht diskutieren wollen.

Der andere Moment, den ich nie vergesse, passierte bei einem C-Jugendspiel in Deggendorf. Beide Mannschaften spielten verdammt schlecht. Zur Halbzeit stand es 4:4. Jedes Mal, wenn ich eine Situation pfiff, gab es Gemecker. Ein Spieler war unverbesserlich, bekam die Gelbe Karte, bekam eine Zeitstrafe und noch eine und dann riss er den Gegenspieler um. Es gab einen Sieben-Meter für die Heimmannschaft und der Spieler kassierte danach noch eine Zeitstrafe – seine dritte. Und als Konsequenz schließlich die Rote Karte. Er hatte seinen Gegenspieler bei dem Foul verletzt, ich schickte ihn hoch auf die Tribüne. 

Der Trainer der Heimmannschaft ging zu seinem verletzten Spieler und beschimpfte den Trainer der Gastmannschaft mit „Du Penner!“ Dieser regte sich auf: „Was willst du denn, du Arschloch?“ Beide schubsten sich leicht und ich beruhigte die Situation. Als Konsequenz zog ich die Blaue Karte. Der Fall landete vor dem Spielgericht. Was daraus wurde, darf ich aus Datenschutzgründen nicht sagen. 

Aber ist es nicht verrückt, wie sich manche Erwachsene bei den Spielen von Kindern und Jugendlichen benehmen? Mich macht das fassungslos.

Dies ist ein Gastbeitrag von Handball-Schiedsrichter Dominik aus Bayern. Er ist 23 Jahre alt und von Beruf Maurer.

Und lesen Sie hier einen Gastbeitrag von Michael Zartner, der seit mehr als zehn Jahren als Schiedsrichter, Trainer und Verbandsfunktionär im Handball tätig ist. Er schreibt: „Was ich über die aggressiven Eltern am Spielfeld denke“. Der Merkur.de-Bericht über prügelnde Eltern bei einem E-Jugendturnier in Schwabhausen könnte Sie auch interessieren. 

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