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Hans-Jürgen Buchner (67) ist Kopf der Band „Haindling“.

Haindling zur Startbahn: "Irgendwann muss Schluss sein"

München - Es soll eine Liebeserklärung an Bayern sein. Regisseur Vilsmaier dreht einen Dokumentar-Kinofilm „Bavaria“. Die Musik liefert Hans-Jürgen Buchner, der Kopf von „Haindling“ - und der weiß noch gar nicht, wie der Bürgerentscheid zur 3. Startbahn ausgegangen ist.

Exakt während München über die dritte Startbahn entscheidet, sitzt er zuhause in Niederbayern vor Bildschirm und Instrumenten und komponiert die Musik zur Szene, die den Flughafen zeigt.

Herr Buchner, wir wollen ins Kino. Wann wird der Bayern-Film fertig?

Ich bin noch am Musik machen. Er soll Mitte Juli in die Kinos kommen.

Oha! Dann sind Sie aber relativ knapp dran.

Ja, bin ich. Vor 14 Tagen habe ich erst den neu geschnittenen Film bekommen, vor drei Tagen die endgeschnittene Version. Drum bin ich immer noch bei der Arbeit.

Wie zufrieden sind Sie mit den Bildern?

Ich bin teilweise fasziniert. Weil ich gerne so Flugaufnahmen sehe von Landschaften, vom Hubschrauber aus. Es ist ziemlich langsam und schwebend – das auf einer Kino-Leinwand, glaube ich, ist schon schön.

Teilweise? Da sind im Trailer ein paar Sachen drin, die passen gar nicht zu Ihnen: Flughafen, Verkehrsprojekte, Hallen. Das ist doch gar nicht Ihr Bayern?

(lacht) Es ist aber Bayern. Und es gehört dazu. In so einem Film kann man nicht nur Alpen zeigen und grüne Wiesen. Ich bin gerade beim Flughafen bei Nacht, mache gerade die Musik zu den Bildern.

Eine laute Szene passend zum Flughafen?

Da mach’ ich Trommelmusik.

Mal angenommen, Sie wären Großstädter und nicht aus dem kleinen Ort Haindling. Wie hätten Sie denn am Sonntag zur Startbahn abgestimmt?

Ist da schon abgestimmt worden? Ich bin grad aufgestanden, weil ich bis um vier in der Früh gearbeitet hab.

Ja. Die Münchner sind mit 54 Prozent Mehrheit gegen den Bau.

Des g’freit mi. Es ist ja bekannt, dass die Flugzahlen rückgängig sind. Und irgendwann muss auch mal Schluss sein mit dem Wachstum. Es geht nicht, dass die ganze Natur auf der Welt bloß noch für die Industrie da ist und fürs Geld. Und dass die Politiker dem hinterherhinken müssen, weil die Wirtschaft bei uns bestimmt, was los ist. Mit dem Rhein-Main-Donau-Kanal ist es ja genauso – da bin ich seit 40 Jahren dagegen.

Sind Sie Patriot?

(lange Pause) Na. Ich bin kein Patriot. Aber ein vehementer Kämpfer, dass Bayern wenigstens so bleibt, wie’s ist. Ich liebe die Natur, ich bin da aufgewachsen. Mein Vater war Jäger, er hat mir die ganzen Zusammenhänge erklärt. Ich mag Bayern so gern, dass ich froh bin, dass die Startbahn nicht gebaut wird.

Interview: Christian Deutschländer

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