Hans Söllner dokumentierte die Spuren, die die Polizeihunde hinterlassen haben.

Verwüstetes Auto selbst geputzt

Ärger wegen Polizeikontrolle: Söllner legt nach

München - Hans Söllner und die Polizei - der Knatsch geht in die nächste Runde. Nach Brutalo-Kontrolle und Anzeige schießt er bei Facebook erneut gegen die Ordnungskräfte. Sein verwüstetes Auto putzte er selbst.

Update vom 19. Oktober 2015: Dass Hans Söllner sich mit der Polizei anlegt, kam in seinem Leben bereits mehr als einmal vor. In seiner Autobiographie "Freiheit muss weh tun", blickt er auf zahlreiche Konflikte zurück. Das Buch erscheint am 19. Oktober 2015. Wenige Wochen vor dem 60. Geburtstag des streitbaren Liedermachers aus Bad Reichenhall. 

Ärger wegen Polizeikontrolle: Söllner legt nach

Hans Söllner ist noch immer stinksauer! Das ist auch dem jüngsten Facebook-Posting des Liedermachers von Donnerstagmittag anzumerken. Die Polizei-Kontrolle in Esslingen bei Stuttgart, sie hat für beide Seiten ein Nachspiel.

Söllner-Anzeige nach Polizeikontrolle

Die Vorgeschichte: Söllner hatte Polizisten angezeigt (tz.de berichtete). Sie hatten ihn nach einem Auftritt in Esslingen bei Stuttgart kontrolliert, weil sie nach Angaben eines Sprechers Marihuana-Geruch bemerkt hatten. Gefunden haben die Kontrolleure nichts - aber dafür einiges hinterlassen: Spuren der Verwüstung, verursacht von Polizeihunden, die vorher auf einem Kies-Parkplatz unterwegs waren. Söllner erklärte: "Jetzt ist das Auto verwüstet – die Ledersitze sind kaputt, der Lack ist zerkratzt, die Innenverkleidung der Tür beschädigt. Der Schaden beläuft sich mindestens auf 4500 Euro." Er stellte eine Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung. Die Polizei hingegen sagt, dass alles mit rechten Mitteln zuging.

Klarstellung bei Facebook

Diese Fotos postete Hans Söllner am Donnerstag bei Facebook.

Auf Facebook postete Söllner jetzt ein ausführliches Statement. Zunächst fühlt er sich missverstanden. "Ich habe nicht gesagt dass sie das mit einem 17-jährigen Junkie machen dürfen, sondern: Was machen und trauen sie sich da erst bei einem 17-jährigen Junkie, der niemanden von der Presse oder aus seiner Familie hinter sich hat? Der keinen Wohnsitz und keine Arbeit hat. Der ist ihnen noch mehr ausgeliefert als ich es war, der einen Wohnsitz hat und Leute hinter sich. Selbstverständlich meine ich dass man so etwas mit niemandem machen darf egal ob Junkie, Kiffer oder einen Asylbewerber oder mir."

Söllner schießt scharf und will nicht aufgeben

Söllner schießt verbal scharf gegen die Polizei: "So respektlos und menschenverachtend lernen sie es zwar in ihren Polizeischulen und Ausbildungslagern, aber immer noch muss ich als Polizist die Verhältnismäßigkeit der Mittel abwägen. Wenn ein Schäferhund nach 20 Minuten nichts findet und ein zweiter Schäferhund angefordert wird, weil ein Polizist etwas gerochen hat, dann geht es um Schikane und Machtmissbrauch und nicht um Recht oder Gerechtigkeit."

Natürlich war Söllner klar, dass kein polizeilicher Putztrupp anrücken würde, um die Schäferhund-Spuren zu beseitigen. "Wir haben unser Auto selber sauber gemacht, damit wir weiterfahren konnten", so Söllner, der ein Foto von der Putzaktion postete. Außerdem kündigt er an, dass der Fall damit lange nicht gelaufen ist: "Ich werde diese Sache bis zum Ende durchziehen."

lin

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