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3G plus? Bayerischer Musiker zieht Konsequenzen und will „bei dieser Hetzjagd nicht mitmachen“

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Von: Katarina Amtmann

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Hans Söllner
Hans Söllner im Jahr 2016. Er wurde damals von Unterstützern als Oberbürgermeisterkandidat von Bad Reichenhall nominiert (Archivbild) © Uwe Lein/dpa/dpa-Bildfunk

Konzerte mit 3G-Plus-Regel sind möglich, doch nicht allen gefällt die coronabedingte Vorgabe. Ein Musiker aus Bayern will dabei schon mal nicht mitmachen.

München - Deutschland befindet sich in der vierten Welle der Corona-Pandemie.* Die Regierung um Markus Söder* beschloss zuletzt trotzdem Erleichterungen der Maßnahmen. So dürfen Clubs und Diskos im Freistaat wieder öffnen, dabei gilt die 3G-Plus-Regel. Heißt: Wer feiern möchte, muss entweder gegen Corona geimpft, genesen oder mit einem PCR-Test* getestet sein.

Weitere Lockerungen wurden auch für Veranstaltungen beschlossen. Maskenpflicht, Obergrenzen bei der Personenzahl, Alkoholverbot und das Mindestabstandsgebot können fallen - allerdings nur, wenn die Veranstalter die 2G- oder die 3G-Plus-Regel anwenden.

3G-Plus bei Konzerten in Bayern: Hans Söllner wehrt sich gegen Corona-Regel

Einer, der damit nicht einverstanden ist, ist der bayerische Liedermacher Hans Söllner. In einem Facebook-Post vom 8. Oktober stellte sein Team klar: „Hans spielt auf keinen Fall 2G oder 3G Plus (nur gültiger PCR-Test) Konzerte in Regionen, in denen der PCR-Test kostenpflichtig und vorgeschrieben ist. Wie bei uns in Bayern.“ Das Facebook-Posting ist eine Richtigstellung zu einem Post, den das Team offenbar am Tag vorher ohne Absprache mit dem Musiker online gestellt hatte. Dieser wurde mittlerweile offenbar gelöscht.

Das Team von Söllner erklärt weiter, dass er auch Konzerte, bei denen Maskenpflicht* besteht, nicht spielen werde. Wenn es nicht möglich sei, mit Abstand oder einem einfachen Schnelltest ein Konzert zu spielen, werden die Konzerte abgesagt oder verschoben - bis wieder Normalität herrsche.

Lockerungen in Bayern - Für Geimpfte und Genesene ändert sich einiges

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3G plus? „Wir machen bei dieser Hetzjagd nicht mit“: Bayerischer Musiker zieht Konsequenzen

Die Begründung für die Entscheidung liefert das Team Hans Söllner gleich mit: „Wir machen bei dieser Hetzjagd und Diskriminierung auf Ungeimpfte, egal aus welchem Grund sie sich nicht impfen lassen, können oder wollen, nicht mit.“ Stattdessen biete man an, Konzerte wie gehabt mit Abstand zu spielen, vielleicht auch an einem Tag zweimal, falls es die Kapazität nicht anders erlaube. Bei Vorlage eines Schnelltestergebnisses und einem Personalausweis übernehme man die Hälfte der Schnelltestkosten. Man wolle sich sogar erkundigen, ob man kostenlose Schnelltests am Abend anbieten könne.

Die Konsequenz ist dem Team bewusst: „Das bedeutet, dass im Herbst wieder einige Konzerte ausfallen werden.“ Über die Social Media-Kanäle will man die Fans auf dem Laufenden halten. Der Post wurde bisher über 6000 mal geliked, über 600 Kommentare befinden sich darunter (Stand 11. Oktober, 10 Uhr). Das Feedback ist positiv: „Ein Mann mit Rückgrat“, „Respekt Hans und Team“ und „Danke Hans! Richtig so! Was anderes habe ich von dir nicht erwartet. Du bleibst dir immer treu“ ist dort zu lesen. (kam) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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