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Nächste Runde im Streit zwischen Hans Söllner und den Behörden. Diesmal geht es um 2711,49 Euro - die seien dem Musiker unberechtigterweise abgebucht worden.

Wegen Kanalanschluss

Söllner-Streit: Landratsamt widerspricht

Bad Reichenhall - Liedermacher Hans Söllner hat wieder Zoff mit den Behörden. Diesmal geht es um 2711,49 Euro. Die hat das Landratsamt ihm unberechtigterweise abgebucht - angeblich.

Wie das Online-Portal rosenheim24.de berichtet, hat laut Aussage von Söllner das Landratsamt Berchtesgadener Land ihm 14 Jahre lang Geld für einen Kanalanschluss abgebucht, den der 58-Jährige überhaupt nie hatte.

Da die Frist aber teilweise schon verjährt ist, geht es nun nicht mehr um den gesamten Betrag, sondern lediglich um 2711,49 Euro. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Musiker vom Landratsamt bekommen und auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat.

Jetzt meldet sich allerdings auch das Landratsamt selbst zu Wort - und stellt den Sachverhalt anders dar. "Hans Söllner pflegt sein Image als Rebell gegen den Staat. Dass er für diese Imagepflege den Sachverhalt etwas verdrehen musste, stört ihn wenig." So beginnt die Presseerklärung. Weiter heißt es: "Die Stadt Bad Reichenhall (nicht das Landratsamt Berchtesgadener Land!) hat von Hans Söllner 15 Jahre lang Kanalgebühren verlangt. Diese hat er auch immer bezahlt, bis ihm nach 15 Jahren auffiel, dass er überhaupt keinen Kanal hat."

Bearbeitungsgebühren will Söllner auch nicht zahlen

Hans Söllner wollte das Geld dennoch zurück. Die Stadt Bad Reichenhall sei bereit gewesen, ihm die Kanalgebühren für die letzten vier Jahre zurück zu erstatten. "Der beim Landratsamt Berchtesgadener Land gegen dieses Vorgehen der Stadt eingelegte Widerspruch hatte Erfolg."

Für die Bearbeitung des Widerspruchsverfahrens wurden dem Musiker außerdem 63,45 Euro in Rechnung gestellt hat. Söllner bezeichnet das als unangemessen und will nicht zahlen. Um das Geld geht es ihm aber angeblich nicht - er hat laut eigener Aussage eine Abtretungserklärung unterschrieben, damit das Geld vom Landratsamt an eine Frau überwiesen wird, die es dringender braucht.

Das Landratsamt geht nun von einer Nichtigkeit aller Bescheide der Stadt Bad Reichenhall aus, da diese offensichtlich rechtswidrig sind. "Der Stadt Bad Reichenhall wurde vom Landratsamt auferlegt, alle Kanalgebühren an Hans Söllner zurück zu zahlen, soweit der Rückzahlungsanspruch noch nicht verjährt ist. Wie die Rückzahlungsansprüche anderer Bürger auch, unterliegen die Ansprüche von Hans Söllner einer gesetzlichen Verjährung. Hans Söllner wollte aber sein Geld für alle 15 Jahre zurück. Dies ist auf Grund der bestehenden gesetzlichen Verjährungsfristen für die Jahre 2000 bis 2007 leider nicht mehr möglich."

Hans Söllner beschwert sich auf Facebook

Hans Söllner beschwerte sich indes auf seiner Facebook-Seite. Im Wortlaut: "Ich hoffe, euch macht das Lesen genauso viel Spaß wie mir. Wie angekündigt, dass ich dieses Geld nicht mehr will, habe ich an eine Frau, die es nötiger brauchte als ich, eine Abtretungserklärung unterschrieben. Es ging mir einfach um mein Recht."

Indirekt animiert Hans Söllner seine Fans außerdem, sich selbst beim Landratsamt Berchtesgadener Land zu beschweren: "Wenn ihr Fragen habt, ich habe extra die Anschrift und Telefonnummer vom LRA BGL nicht ausgestrichen."

Erst vor zwei Wochen war Hans Söllner mit einem Behörden-Ärgernis an die Öffentlichkeit gegangen. Wieder mal hatte er sich über die Polizei aufgeregt. Und abermals ging es um das Thema Drogen. Zuvor war er von Polizeibeamten wegen Verdachts auf Drogenbesitz gefilzt worden. Bei der Durchsuchung seines Autos hatten Beamten und Spürhunde nach Söllners Angaben 4.500 Euro Schaden angerichtet. Was der Musiker mit einer Anzeige quittierte.

Behörden-Zoff hat Hans Söllner in Stücken verarbeitet

Übrigens: Ärger mit Polizei und Landratsämtern verarbeitet Hans Söllner gerne auf seinen Tonträgern. Seinen Zoff mit dem Ausländeramt im Landratsamt Berchtesgadener Land thematisierte er in dem Stück "He, was is?" , das er nach eigenem Bekunden für den damaligen CSU-Landrat Martin Seidl geschrieben hatte. Und um Stress mit der Polizei ging es unter anderem in dem Lied "Nennen wir sie Irmgard", das eine Kette von Prozessen wegen Beleidigung einer Polizistin nach sich zog.

Die jüngsten Behörden-Ärgernisse dürften Hans Söllner wieder jede Menge Stoff für neue Stücke liefern.

pak

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