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Nur wenige Zentimeter vom Fahrzeug entfernt stürzte der Baum auf den Asphalt. 

Hass auf Facebook gegen Musiker

„Dich hätte der Baum erschlagen sollen!“ - Söllner antwortet auf bösartigen Todeswunsch

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Auf Tour in Sachsen wurde Hans Söllners Van fast von Sturm „Friederike“ geschrottet. Im Netz sorgt das für gehässige Kommentare. 

Bad Reichenhall/Leipzig - Auch Musiker Hans Söllner wäre fast zu einem Opfer von Orkantief „Friederike“ geworfen - ein Baum stürzte ganz knapp neben seinen parkenden Mercedes-Van. „Heute in Leipzig! Friederike liebt mich!“, schrieb der Künstler erleichtert auf Facebook und postete dazu drei Fotos vom mächtigen Baumstamm neben dem Fahrzeug. Glück gehabt! 

Karma oder Doppelmoral? 

Hunderte kommentierten die Fotos des streitbaren Musikers. Viele seiner Fans meinen wohlwollend, es würde halt doch Karma geben und die Natur habe Söllner bewusst verschont. „Du respektierst die Natur, die Natur respektiert Dich, lieber Hans. So kommt alles zurück“, schrieb beispielsweise Wolfgang S. Zum Teil jedoch gab es auch ziemlich gehässige Bemerkungen unter den Fotos. „Bloß gut, dass Du einen neuen MERCEDES hast. Für was steht das ‚XL‘ in deinem Kennzeichen? Bescheidener Wasser-Prediger, Wein-Trinker!“, unterstellte Facebook-Userin Mareike dem sozialkritischen Rebell eine Doppelmoral. 

Noch extremer der Kommentar einer gewissen Sonja L.: „Dich hätte es erschlagen sollen, dann müssten wir dein hirnloses Gelaber nicht mehr lesen!“

Dieser Kommentar ging dann auch Söllner zu weit. Er wollte ihn nicht unkommentiert lassen - und präsentierte auf seiner Facebook-Seite einen Screenshot davon. Ausführlich nimmt er am Freitagmittag darauf Bezug und versucht eine Erklärung zu finden, woher dieser Hass gegen seine Person kommt. „Manchmal glaube ich, dass es sehr wohl auf unsere Seele und unser soziales Verhalten Einfluss nimmt, wenn wir nur diesen ‚billigen‘ Dreck fressen“, vermutet der als Kritiker der konventionellen Landwirtschaft bekannte Bayer. Dann richtet er sich direkt an Sonja L.: „Ich hoffe, du hast keine Kinder, denen du diesen Hass vorlebst.“

Er sei gegen die Massentierhaltung und das Impfen von Kindern, bekräftigt er seine manchmal kontroversen Positionen in gesellschaftlichen Fragen. Und er sei auch dagegen, jemanden den Tod zu wünschen. An seine Gegner adressiert, schließt er ab: „Ihr habt es einfach nicht drauf. Schade.“

Auch Söllner teilt auf Facebook immer wieder derb aus

Allerdings ist auch Söllner kein Kind von Traurigkeit und teilte in den vergangenen Monaten immer wieder gegen politische Gegner im Netz aus. Erst Ende November attackierte er Agrarminister Christian Schmidt unter der Gürtellinie. Nach dessen Glyphosat-Alleingang platzte Söllner der Kragen und er bezeichnete den CSU-Minister derb als „Verbrecher an der Menschheit“ und warf Schmidt „Beihilfe zu Körperverletzung wenn nicht zu Mord“ vor. 

Außerdem sind Impfbefürworter für ihn „primitive, obrigkeitshörige Mitläufer". Allerdings wurde er vor diesen Aussagen auf Facebook heftig provoziert. "Von 'frohe Kinderlähmung' bis 'genussvolle Muskelkrämpfe' bei Wundstarrkrampf war alles dabei an Hässlichkeit und Sarkasmus, was man sich nur vorstellen kann", beschwerte sich Söllner über die Reaktionen im Netz, als er sich gegen Impfungen aussprach. 

Unverblümt griff Söllner im Februar 2017 auch Ministerpräsident Horst Seehofer an. In einem Facebook-Post fielen Worte wie  „geistiger Dünnschiss“, „Rassist“ und „sozial Minderbemittelter“. „Hans, das geht zu weit! Lass Dich bitte behandeln! Das ist übelste Diffamierung!“, ermahnte ihn damals ein Fan. 

Es scheint so, als wenn auch im neuen Jahr so manche Diskussion auf der Facebook-Seite des Musikers eskalieren könnte. Seine über 240.000 Fans verfolgen solche Wortgefechte wohl auch mit etwas Voyeurismus...

mag

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