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Schulleiter Peter Brendel: „Wir sind geschockt.“

Schüler suspendiert

Harte Drogen im Internat

Pfarrkirchen - Es macht so abhängig wie Heroin und ist als „Liquid Ecstasy“ oder „Vergewaltigungs-Droge“ bekannt. Zwölf Schüler eines Internats sollen die Designerdroge GBL konsumiert haben. Jetzt kam ihnen das LKA auf die Spur.

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Das ist die „Vergewaltigungsdroge“ GBL

Die Modedroge GBL wird immer beliebter, die Zahl der Abhängigen steigt laut Landeskriminalamt (LKA) rapide an. Dabei wird der synthetische Stoff meist unterschätzt, denn der Erwerb ist legal. Grund genug für die Drogenfahnder des LKA, massiv gegen den Medikamenten-Missbrauch vorzugehen. Dass sie ihre Ermittlungen in ein Internat führen sollten, damit hatten die Beamten wohl nicht gerechnet.

Zunächst war es nur ein Verdacht, der die Fahnder in das Gymnasium im niederbayerischen Pfarrkirchen führte. Ein Schüler des angeschlossenen Internats mit rund 100 Plätzen wurde vergangene Woche vernommen. Bald gab der Jugendliche alles zu, zeigte Reue – und nannte Namen. Nach und nach kam alles ans Tageslicht: 13 Jugendliche zwischen 17 und 20 Jahren – zwölf von ihnen stammten aus dem Internat – sollen GBL konsumiert und untereinander weitergegeben haben. Jetzt droht jedem Einzelnen ein Strafverfahren.

Nur einer der beschuldigten Schüler ist noch nicht volljährig. Alle anderen sind über 18 Jahre alt. Untereinander waren sie befreundet, konsumierten GBL wohl häufig gemeinsam und versorgten sich gegenseitig mit Stoff. Die Beamten fanden bei ihnen mehrere Fläschchen mit Restbeständen der Droge. Laut LKA gibt es keine Hinweise, dass sie GBL an Außenstehende weiterverkauft haben.

Schulleiter Peter Brendel reagierte sofort und konsequent – hat alle Zwölf aus Schule und Internat entlassen. Sollte sich der Schuldvorwurf bewahrheiten, „gibt es mit Sicherheit keinen Weg zurück in unser Gymnasium“, so Brendel. Etwas Vergleichbares hat der Schulleiter noch nie erlebt. „Wir sind geschockt. Aber bei insgesamt 1100 Schülern und der heutigen gesellschaftlichen Entwicklung ist es leider nicht unrealistisch, dass so etwas irgendwann passiert.“

Wie die Schüler an den Stoff gekommen sind, kann oder will das LKA noch nicht sagen. „Die Ermittlungen dauern an“, erklärt Sprecher Ludwig Waldinger. Wie es scheint, haben die Polizisten gerade noch rechtzeitig zugeschlagen. Denn zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden sei es noch nicht gekommen, berichtet Schulleiter Brendel. Jetzt werde man das Thema im Unterricht behandeln, „um den Schülern die Augen zu öffnen“. Brendel schüttelt den Kopf: „Dass es Dinge frei zu kaufen gibt, die so gefährlich sind...“

Von Thomas Schmidt

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