Fall in Bayern aufgetaucht

Pest besorgt Behörden: Auf Menschen übertragbar! Vor allem Hundebesitzer sollten aufpassen

  • Raffael Scherer
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Ein mit der Hasenpest (Tularämie) infizierter Hase wurde in Bayern gefunden. Die Behörden sind alarmiert, denn auch für Menschen kann die Krankheit gefährlich werden.

München - Nicht nur das Coronavirus* beschäftigt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Auch Infektionen bei den Tieren gehören zu ihrem Arbeitsfeld. Denn auch bei den Vierbeinern verbreiten sich immer wieder gefährliche Krankheiten, wie etwa die Tularämie, auch „Hasenpest“ genannt. Diese kommt vor allem bei wilden Nagetieren vor. Meist sind davon Feldhasen betroffen, aber auch Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen können den Erreger in sich tragen, warnt das LGL.

Diese können auch die anderen Waldbewohner, wie etwa Rehe, Wölfe oder Vögel infizieren. Die Übertragung findet unter anderem durch die Tiere selbst, also durch Berührung, Bisse oder Exkremente statt. Aber auch Stechinsekten, darunter fällt vor allem die Zecke, können die Krankheit übertragen.

Hasenpest in Bayern: 45 Fälle in über 25 bayerischen Landkreisen 2020

Deswegen sind mehrere Landkreise wegen erneut aufgetretener Fälle in Alarmbereitschaft. So wurden allein vergangenes Jahr 45 Fälle bei Feldhasen in über 25 Landkreisen in Bayern nachgewiesen. Darunter Erding*, Rosenheim, Fürstenfeldbruck*, Freising und Würzburg. Einer der neuesten Fälle trat nun im Landkreis Cham auf. Wie das dortige Landratsamt mitteilte, war am Dienstag (4. April) ein Befall bei einem Hasen nachgewiesen worden.

Die infizierten Nager verhalten sich apathisch, werden langsamer, schwanken und wirken matt. Außerdem magern sie ab und ihr Fell wird struppig. Des Weiteren verlieren sie dabei ihre Scheu. Bis sie die Krankheit dann schließlich dahinrafft. Doch auch nach dem Tod sind die Tiere weiterhin ansteckend. Von den Kadavern geht daher immer noch eine große Infektionsgefahr aus.

Hasenpest in Bayern: Jäger, Köche, Metzger, Landwirte und Tierärzte besonders gefährdet

Und hier kommen die Probleme für den Menschen ins Spiel. Denn auch der ist vor der Krankheit nicht gefeit. „Die Krankheit beginnt mit unspezifischen, grippeartigen Symptomen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Mattigkeit“ so das Landesamt. Des Weiteren schwellen die Lymphknoten an und vereitern, auch Entzündungen von Mund, Rachen und Hals können auftreten. Genauso sind Lungenentzündungen möglich. In starken Fällen kommt es zur Gesamtinfektion des Körpers und zum Organversagen - und damit zum Tod.

Anstecken kann sich der Mensch sowohl an den lebenden Tieren, wie auch den Toten. Aber auch die Ausscheidungen des Nagers können die Hasenpest übertragen. Besonders bei Jägern, welche die Tiere häuten und mit deren Eingeweide in Berührung kommen herrscht daher ein hohes Infektionsrisiko. Aber auch Köche, Metzger und Tierärzte infizieren sich durch den Umgang mit Wild. Gefahr besteht ebenfalls für Landwirte, da schon infiziertes Wasser, ein Biss oder „infektiöse Stäube“ zur Erkrankung führen können.

Hasenpest in Bayern: Nur wenige Keime an der falschen Stelle für Infektion des Menschen notwendig

„Für eine Infektion über Mund, Nase, Lidbindehaut oder kleine Haut- und Schleimhautverletzungen sind nur wenige Keime (10 - 50 Bakterien) notwendig“, warnt das LGL. Ein weiteres Risiko besteht daher auch für Hundehalter. Denn frisst das Haustier einen infizierten Nager, so kann dieser die Bakterien weiter auf das Herrchen übertragen. Wie unter anderem Spiegel.de schreibt, sind die Hundehalter angehalten, nach Kontakt mit totem Hasen oder Kaninchen die Pfoten oder Schnauzen zu waschen.

Vergangenes Jahr infizierten sich laut Landesamt deutschlandweit 72 Menschen mit der Hasenpest, davon 18 in Bayern. In der Regel dauert nach der Infektion die Inkubationszeit, also von der Ansteckung bis zu den ersten Symptomen drei bis zehn Tage. „Eine erfolgreiche Behandlung ist besonders bei rechtzeitiger Diagnose mit Antibiotika gut möglich“, so das Landesamt. Die Erkrankung selbst dauert dann etwa zwei bis drei Wochen an, gefolgt von einer längeren Zeit bis zur vollständigen Genesung.

Hasenpest in Bayern: So können Sie sich schützen

Als Schutz vor einer Infektion rät das Landesamt, den ungeschützten Kontakt zu Wildtieren und den Kadavern von Wildtieren zu vermeiden. Außerdem wird ein Einhalten der Arbeits- und Küchenhygiene beim Umgang mit Wild, sowohl tot als auch lebendig, empfohlen. Zum Verzehr sollte das Wildfleisch außerdem gut durchgegart sein. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Stratenschulte / dpa

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