Hass auf Funkmasten: Mann sabotiert 34 Anlagen

Straubing/Regensburg - Er kannte nur einen Gedanken: Rache! Ein Mobilfunkhasser hat in den vergangenen 15 Monaten in Niederbayern und der Oberpfalz 34 Sendeanlagen sabotiert.

 Doch damit ist jetzt Schluss. Der 28-jährige Florian O. aus einem kleinen Ort im Kreis Straubing-Bogen verfing sich am Sonntag im Fahndungsnetz der Polizei!

Die Geschichte der unheimlichen Anschlagserie beginnt im Jahr 2005. Damals sollte ganz in der Nähe des Wohnorts von Florian O. ein Mobilfunkmasten gebaut werden. Das machte den 28-Jährigen offenbar so wütend, dass er beschloss, Anlagenbetreibern ihr Geschäft zu vermiesen. Allerdings dauerte es, so die Ermittlungen der Polizei, bis 2008, ehe er seinen Vorsatz umsetzte. Und zwar immer auf eine ganze ähnliche Weise. Er setzte sich mit einem Funkempfänger aufs Radl und ortete so die Sendeanlagen.

Dann schlug er zu: Manchesmal zerstörte er an den Masten den Blitzschutz oder die für den Betrieb erforderliche Klimaanlage. In anderen Fällen übergoss er empfindlichen Geräte mit ätzenden Flüssigkeiten oder Sekundenkleber. Oder er baute einfach einige Teile aus. Und dies alles offensichtlich ohne Rücksicht auf Verluste: Denn einige Sender waren laut Bayerischem Landeskriminalamt (LKA) so manipuliert, dass Techniker oder Servicepersonal sogar in Lebensgefahr hätte geraten können.

An 15 verschiedenen Tatort schlug Florian O. zu, insgesamt 34 Mal. Zuletzt war ihm allerdings schon eine Ermittlungsgruppe der Straubinger Kripo und des Landeskriminalamtes auf den Fersen. Und der gelang es schließlich, ein relativ genaues Täterprofil zu erstellen. Am vergangenen Sonntag war’s soweit. Gegen 11.30 Uhr wollte ein Polizeistreife aus Plattling gerade zu einem Sendemasten-Standort, als den Beamten ein Radfahrer auffiel: Auf den Radler passte exakt das Fahndungsprofil – ein Volltreffer!

Wahnsinn: Der 28-jährige Mobilfunkhasser war gerade unterwegs zu Sabotageakt Nummer 35! Vollausgerüstet mit dem dazu nötigen Werkzeugsatz. Nach Angaben des Landeskriminalamtes hat Florian O. inzwischen ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun Diebstahl und die Störung von Telekommunikationsanlagen vor – hat ihn aber wieder auf freien Fuß gesetzt, da weder Flucht noch Verdunkelungsgefahr vorliege. Übrigens: Florian O. hasst zwar Mobilfunk – besitzt aber selbst ein Handy. „Bei seiner Festnahme“, so die Polizei, „hatte er jedenfalls eins dabei …“

WdP

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