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Eine Hauptschulklasse in Germering (Kreis Fürstenfeldbruck).

Hauptschule wird zur Mittelschule

München - Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) plant einen neuen Hauptschulabschluss auf Realschul-Niveau. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband reagiert „entsetzt“.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) will am Dienstag sein neues Konzept für die Aufwertung der Hauptschulen vorstellen. Ab einer Schulstärke von mindestens 300 Schülern sollen alle Hauptschulen ab dem Schuljahr 2010/2011 einen qualitativ verbesserten M-Zug (Mittlere-Reife-Zug) anbieten und fortan „Mittelschule“ heißen.

Spaenle geht es vor allem um eine „intensivere Berufsorientierung“ durch mehr Praktika und eine engere Zusammenarbeit mit den Berufsschulen. Für die zusätzlich anfallenden Stunden sollen 200 neue Lehrerstellen geschaffen werden, die den Freistaat etwa zehn Millionen Euro im Jahr kosten, so der Minister. In den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik soll in den neuen M-Klassen Wissen auf dem Niveau von Wirtschafts- und Realschulen vermittelt werden. Zudem sollen die M-Züge in Zukunft bereits ab der fünften Klassenstufe wählbar sein. Die Mittlere Reife auf der „Mittelschule“ sei dann „nicht identisch, aber gleichwertig“ mit dem Realschulabschluss, so Spaenle.

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, Klaus Wenzel, reagiert mit „Enttäuschung und Entsetzen“ auf Spaenles Pläne. Der Begriff „Mittelschule“ sei ein „Etikettenschwindel“. Statt schwache und starke Schüler im Klassenverband individuell zu fördern, werde die Hauptschule weiter segmentiert. Es entstehe eine „tragische Homogenität“, bei der „es keine Starken mehr als Lokomotive gibt“. Auch Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischer Realschullehrerverbands, befürchtet eine „Mogelpackung“. „Man versucht, mit dem guten Ruf der Realschule den schlechten Ruf der Hauptschule zu retten“, so Huber. Eine Niveau-Angleichung hält er für „ausgeschlossen“.

tom

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