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Auf der Internetseite www.winyourhome.de kann man das schmucke Haus begutachten.

Ungewöhnliche Verlosung

Ein Haus für 19 Euro

Vaterstetten - Haben Sie gerade 19 Euro übrig und lösen Sie gerne Kreuzworträtsel? Dann stehen Ihre Chancen 48 000 zu eins, dass Sie ein Haus gewinnen können. Das Verhältnis Chance zu Risiko ist besser als bei jedem Lottoschein.

Der Gedanke, sein Anwesen in der Karl-Böhm-Straße in Baldham (Landkreis Ebersberg) über eine Verlosung im Internet zu veräußern, kam dem Besitzer Volker Stiny (52) schon vor Jahren. "Da gab es mal einen Fall in Österreich", erinnert sich der gelernte Bankkaufmann, dessen Mutter Gerda das 156 Quadratmeter große Objekt mit schönem, eingewachsenen Garten bisher noch bewohnt. "Sie will aber in ein Pflegeheim umziehen", berichtet Stiny vom Motiv, warum er das Haus verkaufen will, "und dann kann ich mir die monatlichen Raten nicht mehr leisten."

Versuche, das Gebäude samt Grundstück über einen der üblichen Wege an den Mann zu bringen, scheiterten. "Trotz starker Nachfrage, auch unter Einschaltung professioneller Makler, kam es aufgrund der zurückhaltenden Kreditvergabe-Politik der Banken zu keinem Verkauf", bedauert der 52-Jährige. Nachdem sich Stiny, der in München selbst zur Miete wohnt, entschlossen hatte, eine Verlosung zu starten, begann ein langer Behördenweg. "So etwas  ist genehmigungspflichtig", bestätigte Thomas Spöring von der Staatlichen Lotterieverwaltung gestern. "Dafür gibt es einen Staatsvertrag, an den müssen sich alle halten. Auch Privatleute." "Drei Anwälte habe ich bisher verschlissen, bis ich den richtigen hatte", atmet Stiny durch. Zuerst habe es geheißen, er müsse zum Landratsamt, dann zur Gemeinde, schließlich zur Regierung von Oberbayern. "Ich bin oft falsch geschickt worden."

Die Oberaufsicht über seine Verlosung habe seit dem 1. Januar die zuständige Regierung von Mittelfranken. Inzwischen freut sich Stiny bereits über eine Teilnehmerzahl von 10 000 Personen. "Sogar aus der Türkei, aus Spanien und Südamerika bekomme ich Anmeldungen." "Pfiffige Idee", sagt Vaterstettens Bürgermeister Robert Niedergesäß zur Verlosung des Hauses im Ortsteil Baldham. "Wenn ich ein Haus suchen würde, würde ich auch mitmachen", gesteht er und meint: "Zentral gelegen." Stiny lässt seinen Internetauftritt gerade ins Englische übersetzen. Davon erwartet er sich einen weiteren Teilnehmerschub. "Die Verlosung findet voraussichtlich am 15. März in einem Hotel in München statt - natürlich unter notarieller Aufsicht."

Zu gewinnen gibt es 100 Preise, darunter ein Auto, Motorroller, mehrere Fernseher und Computer. Wer testen will, ob er eine theoretische Chance hat, die Art der gestellten Fragen richtig zu beantworten, kann unter der Homepage einen kostenlosen Probelauf absolvieren. Was passiert, wenn bis zum 15. Januar das Limit der auf 48 000 Mitspieler begrenzten Teilnehmerzahl nicht erreicht wird? "Dann würden wir um einen Monat verlängern", kündigt der 52-Jährige an und hofft darauf, dass alle Teilnehmer nach der Anmeldung ihre Überweisungsscheine korrekt ausfüllen, auf dass sie "auch zugeordnet werden können". Denn eine Verlosung dieses Umfangs macht vor allem eines: "Viel Arbeit", stöhnt Stiny.

Michael Seeholzer

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