Gewehrteile und Panzerminen

Heikle Bergung von Kriegsmunition in Meschenbach

Meschenbach - Handgranaten und Panzerminen: Nach dem Fund gefährlicher Kriegsmunition aus dem Zweiten Weltkrieg in einem Flussbett in Meschenbach stehen die gefährlichen Räumungsarbeiten vor dem Abschluss.

Am Montag wollte die Gemeinde die nur wenige Meter am Fluss vorbeilaufende Bundesstraße wieder auf allen vier Spuren freigeben.

Speziell ausgebildete Kampfmitteltaucher suchten zwei Wochen lang die Itz nach Sprengmitteln ab - immer wieder wurden sie fündig. „Es wurden bislang 750 Kilogramm Sprengmittel und Munitionsteile aus dem Fluss geholt“, sagte Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU). Aus Sicherheitsgründen war die B 4 bei Meschenbach mehrere Tage komplett gesperrt, was zu einem Verkehrschaos führte. Später wurde sie halbseitig für den Verkehr freigegeben.

Bei Sanierungsarbeiten der historischen Sandsteinbrücke in der Itz im Landkreis Coburg war die Kriegsmunition entdeckt worden. „Im Prinzip haben wir ein ganzes Waffenarsenal freigelegt“, sagte der Bürgermeister. 450 Kilogramm Gefechtsmunition unterschiedlichster Kaliber, 80 amerikanische Handgranaten, 40 Panzerfaustpatronen, drei Panzerminen und zahlreiche Gewehre wurden aus dem Fluss geborgen. Sogar aus dem Ersten Weltkrieg waren zwei Handgranaten deutscher und französischer Bauart dabei.

Ursprünglich sollten die Arbeiten am vergangenen Montag abgeschlossen sein. Doch dann machte den Spezialisten das Wetter einen Strich durch die Rechnung: „Starkregen ließ das Wasser im Fluss ansteigen, dadurch mussten die Arbeiten unterbrochen werden“, berichtete Rosenbauer.

Die alte Munition ist noch immer äußerst gefährlich: Eine noch scharfe Phosphorgranate entzündete sich plötzlich bei den Räumungsarbeiten. Dabei wurde ein weißes Gas-Luftgemisch freigesetzt. Die Polizei riegelte den Bereich daraufhin weiträumig ab. Verletzt wurde niemand. Die Fundstelle musste rund um die Uhr von Einsatzkräften der Feuerwehr überwacht werden. Während der Arbeiten war zudem das BRK vor Ort.

„Meine persönliche Einschätzung ist, dass die ganze Munition seinerzeit von den Amerikanern einfach in den Fluss geworfen wurde - und wir hatten jetzt die Probleme damit“, erklärte Rolf Rosenbauer.

Eigentümer des Flusses ist der Freistaat Bayern, für den die Gemeinde die Räumung federführend organisierte. Der Freistaat wird demnächst von der Gemeinde die Rechnung dafür erhalten: Die Kosten schätzte der Bürgermeister auf einen hohen fünfstelligen Betrag.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fahrer will Tier ausweichen: Auto überschlägt sich und landet in tiefem Graben
Er wollte offenbar einem Wildtier ausweichen. Doch das hatte für einen Mann und seinen Beifahrer im Landkreis Kulmbach fatale Folgen.
Fahrer will Tier ausweichen: Auto überschlägt sich und landet in tiefem Graben
Nach Unwettern in der Region: Lage hat sich beruhigt
Das Wochenende war voller Sonnenschein - doch am Sonntagabend wird es richtig ungemütlich. Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Unwetterwarnung für mehrere …
Nach Unwettern in der Region: Lage hat sich beruhigt
Polizisten greifen bei Schlägerei ein, doch dann eskaliert die Situation völlig
Mehrere Polizisten wollten Sonntagfrüh eine Schlägerei in der Augsburger Innenstadt schlichten. Doch dann wurden die Beamten plötzlich selbst zur Zielscheibe.
Polizisten greifen bei Schlägerei ein, doch dann eskaliert die Situation völlig
Mann setzt sich betrunken ans Steuer und rammt Motorradfahrer - Biker stirbt
Ein Mann hat sich am Samstag ans Steuer seines Wagens gesetzt und zuvor zu tief ins Glas geschaut - das kostete einen Motorradfahrer das Leben. 
Mann setzt sich betrunken ans Steuer und rammt Motorradfahrer - Biker stirbt

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.