Heißzeit in Bayern

München – Sommer, Sommer, Sommer. Egal, wo man hinschaut. Oben auf der Zugspitze, unten im Tal. Sogar am bayerischen Kältepol sieht man Badegäste im Bikini. Nur im Berg, da ist es so kalt wie in einem Kühlschrank.

Ein bayerischer Hitzetag in sechs Stationen:

  • Für die Eishockeyspieler des EHC Klostersee (Kreis Ebersberg) ist die Hitze kein Thema. Ob kalt oder warm, das Wetter ist dort eine Frage der Kleidung. Gerade waren die harten Jungs nämlich oben ohne und in kurzen Hosen beim Training auf dem Eis gesichtet worden. Einen Helm hatten sie aber immerhin auf.
  • Pünktlich um 13 Uhr, zur größten Mittagshitze, ist am Dienstag ein 70-jähriger Rentner in Neubiberg(Kreis München) in einem Aufzug aus Glas stecken geblieben. Doch der Mann hatte Glück: Er hatte eine Flasche Wasser dabei – und zwei Jugendliche riefen die Feuerwehr. Der Mann war nach 40 Minuten zwar ordentlich durchgeschwitzt, aber wohlauf.
  • Wenn Andreas Wolf sich im Sommer auf zu seinen Höhlen macht, dann darf der Schal nicht fehlen. Jacke und Overall auch nicht. Da kann es draußen auch 50 Grad haben. Wurscht. Drinnen nämlich, im Berg, ist es saukalt. „Zwischen fünf und sechs Grad hat es da“, sagt Wolf, der für den Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher erst letztes Wochenende wieder Bayerns Untergrund in den Alpen erforscht hat. Wolf erkundet mit seinen Kollegen unter anderem den tiefsten Punkt Bayerns, der auf minus 1056 Metern in den Berchtesgadener Alpen liegt.
  • Noch vor zwei Wochen schneite es auf der Zugspitze. Das Thermometer kam dem Nullpunkt gefährlich nahe. Und dann, gestern, hat es mit 16 Grad einen der heißesten Tage seit 1944. Sommerzeit, Rekordezeit.
  • Einige Gipfel von der Zugspitze entfernt, am Hohen Peißenberg, wird schon der nächste Knaller ins Tal gemeldet. Manfred Kronier, seit über 30 Jahren wackerer Wetterbeobachter am Berg, staunte gestern nicht schlecht, als er sein Thermometer überprüfte. Mit 27,9 Grad notierte er den heißesten Augusttag seit 1879. Dabei wurden sowohl am Sonntag als auch am Montag schon Rekordtemperaturen erreicht.
  • Selbst am kältesten Punkt Bayerns, dem Funtensee in den Berchtesgadener Alpen, läuft der Badebetrieb auf Hochtouren. Sagt das Pächter-Ehepaar Gabi und Sigi Hinterbrandner und schwärmt von „herrlichstem Sommerwetter“. Der Funtensee war es auch, der vor Jahren Schlagzeilen machte. Mit 45,9 Grad minus wurde dort die kälteste Bodentemperatur Deutschlands überhaupt gemessen. Am Dienstag soll das Wasser aber immerhin schon 17 Grad gehabt haben.

Patrick Wehner

Rubriklistenbild: © je

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