Herrmann: Zuwanderung aus EU stärker nutzen

München - Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich gegen eine weitere Lockerungen der Zuwanderung für Nicht-EU-Bürger ausgesprochen. Innerhalb der EU will er das Zuwanderungspotential dafür umso mehr nutzen.

Deutschland wird in der Schuldenkrise für Zuwanderer aus südeuropäischen Ländern immer attraktiver. Im ersten Halbjahr 2011 seien 68 000 Menschen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres eingewandert, teilte das Statistische Bundesamt gestern in Wiesbaden mit. Das entspricht einem Anstieg von 19 Prozent. Gleichzeitig ging die Zahl der Fortzüge aus Deutschland leicht zurück. Auffällig ist ein Anstieg der Zuwanderung aus EU-Schuldenländern wie Griechenland und Spanien. Aus Griechenland kamen 84 Prozent mehr Einwanderer als im Vergleichszeitraum, aus Spanien 49 Prozent. Damit zogen 4100 Griechen und 2400 Spanier mehr nach Deutschland als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Aus den anderen EU-Ländern stieg die Zuwanderung kaum. Insgesamt wanderten 435 000 Menschen nach Deutschland ein und rund 300 000 Menschen aus. Damit hat sich der Zuwanderungssaldo mehr als verdoppelt (plus 122%). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach sich angesichts dieser Zahlen gegen weitere Lockerungen für Nicht-EU-Bürger aus. „Es gibt innerhalb Europas ein enormes Zuwanderungspotenzial nach Deutschland, das wir nutzen müssen“, sagte Herrmann.

„Es handelt sich oft um gut ausgebildete, hoch qualifizierte Arbeitnehmer. Wegen ihrer europäischen Prägung lassen sie sich hervorragend in Deutschland integrieren. Integrationsprobleme wie oft bei Zuwanderern aus anderen Kulturkreisen stellen sich nicht“, meint der Innenminister. Die Freizügigkeit in Europa biete hervorragende Chancen, nicht nur für die zuwandernden Unionsbürger, sondern auch für Deutschland.

„Soweit wir in Europa dieses Zuwanderungspotenzial haben, brauchen wir keine Zuwanderer aus Drittstaaten“, argumentierte der CSU-Politiker. „Für grundlegende Lockerungen der Zuwanderungsregeln für Nicht-EU-Bürger sehe ich keinerlei Anlass.“

dpa

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