Herrmann-Prozess: Urteil soll noch im März fallen

Augsburg - Nach mehr als einem Jahr Verfahrensdauer soll im Prozess um die Entführung und den Tod der kleinen Ursula Herrmann nun endlich das Urtiel fallen. 

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Kein Hinweis auf Angeklagten durch DNA-Spuren

LKA-Gutachten zum Tonband

Herkunft von Tonbandgerät ungewiss

Gericht prüft Aussage von 1982

Keine Spuren in Erpresserbriefen

Gibt es einen Mittäter?

Nach Abschluss der Beweisaufnahme am Dienstag sollen vor dem Landgericht Augsburg an diesem Donnerstag die Plädoyers gehalten werden. Am 25. März das Urteil fallen. Zuletzt wurden noch ein verdeckter Ermittler in nichtöffentlicher Sitzung und zwei weitere Zeugen zur Herkunft eines Tonbandgeräts gehört. Die Aussagen der Zeugen brachten keine neuen Erkenntnisse. Die Angaben des Angeklagten, er habe das Tonband - Hauptindiz der Anklage - 2007 auf einem Flohmarkt in der Nähe von Detmold gekauft, konnten nicht belegt werden. Mit dem beim Angeklagten gefundenen Tonband sollen 1981 die Erpresseranrufe an Ursulas Eltern gemacht worden sein.

Der Fall Ursula Herrmann in Bildern

Der Fall Ursula Herrmann in Bildern

Vor Gericht stehen ein 58-Jähriger und seine vier Jahre ältere Ehefrau. Ihnen wird erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge vorgeworfen. Der angeklagte Mann soll 1981 bei Utting am Ammersee die zehnjährige Ursula entführt und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt haben. Stunden später erstickte das Mädchen, es wurde aber erst 19 Tage nach der Tat bei einer Polizeisuche gefunden. Die Ehefrau des Beschuldigten soll die bei den Eltern eingegangenen Erpresserbriefe aus Zeitungsbuchstaben zusammengeschnipselt haben. Die Angeklagten bestreiten seit Prozessbeginn die Vorwürfe.

In dem langwierigen Indizienprozess waren seit Februar 2009 über 150 Zeugen zum Teil mehrmals gehört worden. Im Mittelpunkt stand ein altes Spulentonbandgerät. Eine Phonetik-Spezialistin des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) konnte mit nachweisen, dass mit diesem beim Angeklagten beschlagnahmten Gerät wahrscheinlich die Erpresseranrufe gemacht worden waren.

dpa

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