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Ein Polizist zeigt bei der Gerichtsverhandlung im Entführungsfall Ursula Herrmann die Holzkiste, in der das Mädchen erstickte (Archivfoto).

Herrmann-Prozess: Gericht prüft Aussage von 1982

Augsburg - Im Entführungsfall Ursula Herrmann hat sich das Augsburger Landgericht erneut mit widersprüchlichen Aussagen eines - inzwischen gestorbenen - Verdächtigen beschäftigt.

Der Mann hatte der Polizei im Jahr 1982 erst gesagt, das Loch gegraben zu haben, in dem die Kiste mit der kleinen Ursula vergraben war. Wenig später widerrief der Mann dann aber seine Aussage. Zwei Zeugen stellten nun die Glaubwürdigkeit des Mannes infrage, der 1992 starb.

Ein heute 70 Jahre alter Polizist, der damals mit dem Fall betraut war, sprach am Dienstag von “chaotischen Vernehmungen“ und “widersprüchlichen Aussagen“ des Verdächtigen. Der Mann sei zwar dabei geblieben, von dem heute Angeklagten den Auftrag bekommen zu haben, das Loch zu graben. Diese Tat habe er aber nie ausgeführt. Der Polizist schätzte den damaligen Verdächtigen so ein, dass dieser für Geld alles gemacht habe. Ein weiterer Zeuge sagte vor Gericht, der Mann sei oft betrunken gewesen und habe dann “wirres Zeug“ geredet.

Das Augsburger Landgericht beschäftigt sich schon seit mehr als 30 Verhandlungstagen mit dem Fall Ursula Herrmann. Auf der Anklagebank sitzt ein Ehepaar, das sich wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge verantworten muss. Die beiden sollen von Ursulas Eltern umgerechnet eine Million Euro für das Leben des Mädchens gefordert haben. Die Angeklagten bestreiten die Tat. Ursula war im September 1981 auf dem Heimweg vom Fahrrad gerissen und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt worden. Das Mädchen erstickte und wurde erst 19 Tage später gefunden. Bis heute konnte niemandem die Tat nachgewiesen werden.

dpa

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