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Das Tonbandgerät, von dem aus möglicherweise die Erpresseranrufe ausgingen.

Herrmann-Prozess: Herkunft von Tonbandgerät ungewiss

Augsburg - Im Prozess um die Entführung und den grausamen Erstickungstod der zehnjährigen Ursula Herrmann steht seit Donnerstag ein zentrales Indiz, ein Tonbandgerät, im Mittelpunkt.

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Es handelt sich um ein wichtiges Indiz, mit dem die Staatsanwaltschaft den Angeklagten der Täterschaft überführen will. Die Ermittler hatten das Gerät Ende Oktober 2007 bei dem Mann bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Es soll Spuren aufweisen, die mit den Erpresseranrufen von 1981 übereinstimmen. Die Gutachten des Landeskriminalamts (LKA) dazu werden dem Gericht aber voraussichtlich erst im nächsten Jahr präsentiert. Zuvor sollen zahlreiche Zeugen zur Herkunft des Gerätes gehört werden.

Der Fall Ursula Herrmann

Entführungsfall Ursula Herrmann

Der Angeklagte will das Gerät Mitte Oktober 2007 auf einem Flohmarkt in Nordrhein-Westfalen gekauft haben. Ein Polizeibeamter sagte dazu als Zeuge vor dem Augsburger Landgericht, umfangreiche Ermittlungen im Umfeld des Flohmarktes hätten zu keinem Ergebnis geführt. Der angebliche Verkäufer habe nicht ermittelt werden können. Die Staatsanwaltschaft ist der Auffassung, dass es an dem Tonband eindeutige Spuren gibt, die auch auf den mitgeschnittenen Erpresseranrufen zu identifizieren sind. Dann müsste das Tonband schon 1981 im Besitz des Beschuldigten gewesen sein.

Der 59-jährige Beschuldigte ist mit seiner Frau wegen erpresserischen Menschenraubes mit Todesfolge angeklagt. Er soll im September 1981 die zehnjährige Ursula auf dem Heimweg vom Fahrrad gerissen und in eine im Wald vergrabene Kiste gesperrt haben. Das Mädchen erstickte Stunden danach, wurde aber erst 19 Tage später gefunden. Der Angeklagte soll gemeinsam mit seiner Frau von Ursulas Eltern umgerechnet eine Million Euro gefordert und mit Erpresseranrufen die Forderung bekräftigt haben. Beide Beschuldigte bestreiten die Tat.

Mehrere Beamte des Landeskriminalamtes sagten am Donnerstag übereinstimmend als Zeugen in dem Verfahren, die Überprüfungen der Angaben des Angeklagten zu dem Tonband seien ergebnislos verlaufen. Auch ein über die örtliche Zeitung veröffentlichter Zeugenaufruf an Besucher und Beschicker des Flohmarktes mit detaillierten Fragen zu dem Tonband sei erfolglos geblieben. Der Flohmarktbetreiber und dessen Platzwart hätten bei Vernehmungen erklärt, an dem Tag, an dem der Angeklagte das Gerät gekauft haben will, kein derartiges Tonband auf dem familiär-überschaubaren Markt gesehen oder bemerkt zu haben.

Der Angeklagte hatte in früheren Vernehmungen erklärt, er habe das Tonband auf dem Flohmarkt gekauft und dessen Funktionstüchtigkeit an einem Stand mit einem Notstromaggregat überprüft. Den nie aufgefundenen Verkäufer hatte er zunächst als einen etwa 55-jährigen Mann beschrieben, später von einem 30-Jährigen mit Frau und Kind gesprochen. Der einzige Besitzer eines Notstromaggregats auf dem Flohmarkt hatte der Polizei gesagt, an dem vermeintlichen Kauftag des Tonbands habe mit Sicherheit niemand seinen Stromanschluss benutzt.

Der Flohmarktbetreiber hatte erklärt, er sei selbst leidenschaftlicher Tonbandsammler, ein solches Gerät wäre ihm damals auf dem Flohmarkt aufgefallen. Und der Platzwart hatte erklärt, beim Eintreiben der Standmieten hätte er mit Sicherheit das Tonband gesehen, wenn es vorhanden gewesen wäre.

dpa

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