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Herrmann: „Spaziergänger“ machen auch nach Corona Spektakel

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Joachim Herrmann
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, spricht. © Armin Weigel/dpa

Die Gegner der aktuellen Corona-Politik, die derzeit vielerorts bei sogenannten „Spaziergängen“ auf die Straße gehen, werden nach der Einschätzung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auch nach der Pandemie aktiv bleiben. „Wir beobachten, dass aufgrund der Lockerungen, die es mittlerweile gibt, der Zulauf weniger wird“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Donnerstag).

München - „Ich gehe aber davon aus, dass manche nach neuen Gründen suchen werden, um in Zukunft Spektakel machen zu können.“

Die Protestzüge waren zuletzt oft bewusst nicht bei den Behörden angezeigt, sondern als angeblich spontane „Spaziergänge“ durchgeführt worden. Mittlerweile würden die allermeisten Versammlungen wieder angezeigt, sagte Herrmann. „Im Moment entspannt sich die Lage.“ Am Montag, 24. Januar, hatten laut Innenministerium rund 67 000 Gegner der Corona-Maßnahmen in Bayern protestiert. Zwei Wochen darauf waren es demnach rund 48 000 Menschen. Montags finden traditionell die meisten Proteste der Szene statt.

Herrmann warnte davor, die Teilnehmer pauschal einer politischen Seite zuzuordnen. „Wir tun uns in der Sache und politisch-strategisch keinen Gefallen, wenn wir Tausende von Demonstranten als extrem rechtslastig bezeichnen, wenn sie das eigentlich nicht sind“, sagte er. Es habe sich herausgestellt, dass die Mehrheit nicht der rechtsextremistischen Szene angehöre und Rechtsextreme auch selten die Initiatoren gewesen seien. „Das sind andere Leute - vom Impflicht-Gegner bis zum Corona-Leugner, zum Teil mit verqueren bis hin zu absurden Vorstellungen, die ich nicht nachvollziehen kann“, sagte er. Die polizeiliche Einschätzung sei, dass der überwiegende Teil aus dem bürgerlichen bis hin zum links-alternativen Lager komme. dpa

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