Polizei soll mehr Präsenz zeigen

Herrmann will Einbrechern Einhalt gebieten

Nürnberg - Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will verstärkt gegen die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche im Freistaat vorgehen. An Brennpunkten solle die Polizei künftig mehr Präsenz zeigen.

Mehr als 5700-mal wurde 2012 in Bayern in Wohnungen eingebrochen. Knapp 20 Prozent der Taten werden aufgeklärt.

An Brennpunkten solle die Polizei künftig mehr Präsenz zeigen - bei Bedarf sollen zusätzlich Beamte der Bereitschaftspolizei eingesetzt werden, sagt der Inneminister. „Konkret geht es darum, Serien zu erkennen - zum Beispiel durch grafische Darstellung von Einbrüchen, die in geografischer Nähe zueinander liegen“, sagte Herrmann am Mittwoch in Nürnberg.

Laut Kriminalstatistik gab es im vergangenen Jahr in Bayern 5709 Wohnungseinbrüche. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl damit um neun Prozent zu. Die Diebe erbeuteten Gegenstände im Wert von 21,6 Millionen Euro.

Die Aufklärungsquote lag im Freistaat mit knapp 19 Prozent zwar über dem Bundesdurchschnitt, ist laut Herrmann aber trotzdem noch zu niedrig.

Roman Fertinger, stellvertretender Polizeipräsident in Mittelfranken, kündigte an, künftig auch bei Einbruchsversuchen alle Spuren auswerten, um Banden auf die Spur zu kommen. Eine Tendenz zu mehr Gewalt bei Einbrüchen gebe es allerdings nicht. Es sei aber wichtig, dass die Bürger nicht versuchten, die Diebe auf eigene Faust zu stellen.

Die Opposition kritisierte die Pläne des Innenministeriums. „Mit Uralt-Rezepten kann man der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen nicht begegnen“, teilte der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Harald Schneider, mit. Sicherheit vor Einbrüchen könnten sich mittlerweile nur noch Bürger leisten, die das Geld für einen privaten Wachdienst aufbringen könnten.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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