„Benehmen uns wie Honks“: Söder mit harscher Kritik an Ampel - er verrät Neues über seine Sammelleidenschaft
Digitale Fragestunde mit Söder: Der CSU-Chef ging nicht nur auf Corona-Lockerungen und den Ukraine-Krieg ein, sondern verriet auch seine Supervision von Bayern.
München - Ob Twitter, Instagram oder Facebook: In den sozialen Medien ist Ministerpräsident Markus Söder sehr präsent. Täglich hält er dort seine zahlreiche Follower - allein auf Instagram sind es rund 307.000 - auf dem Laufenden. Bei einer Frage-und-Antwortrunde auf jener Plattform stand Söder ihnen am 22. März live Rede und Antwort. Dort beantwortete er etwa Fragen zu den hohen Spritpreisen, Corona, seiner Tassensammlung - und verriet seine Supervision von Bayern.
Söder live auf Instagram: Eindringlicher Appell zum Ukraine-Krieg
Ukraine-Krieg: Als einer der erste Punkte in Söders Fragestunde stand der Ukraine-Krieg im Fokus. Die klare Aussage des CSU-Chefs zu diesem Thema: Putin habe hier vieles falsch eingeschätzt. Etwa die Überzeugungskraft der Ukrainer, für ihr Land zu kämpfen und die Einheit des Westens. Auch der Freistaat unterstütze die Ukraine, betonte Söder, indem Bayern Geflüchtete aufnehme und humanitäre Hilfe in der Ukraine leiste. Bundesweit ist dem Ministerpräsidenten die Ukraine-Hilfe jedoch noch zu wenig. Sein Appell: „Wichtig ist, Solidarität zu zeigen. Danke für alle, die mitmachen.“
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Corona-Lockerungen: „Warum jetzt Lockerungen: Das macht der Bund, hab mich auch gewundert“, stellt Söder gleich zu Beginn klar. Dass der Ministerpräsident kein Fan der deutschlandweiten Lockerungen ist - die auch teils in Bayern seit dieser Woche gelten - ist bekannt. „Delta ist mehr in die Lunge gegangen, Omikron ist im Hals-und Rachenbereich stärker“, versuchte er den Unterschied der beiden Mutationen zu erklären. Trotz der milderen Variante explodieren gerade jedoch die Corona-Zahlen, damit wachse laut Söder auch wieder die Belastung in den Krankenhäusern. „Während Corona ansteigt, steigt die Bundespolitik aus“, so sein unverhohlener Vorwurf. Für ihn ist klar: „Der jetzige Ausstieg führt zu erheblichen Problemen.“
Corona-Lockerungen in Bayern: Harsche Kritik von Söder - „Führt zu erheblichen Problemen“
Auch auf die Frage, ob man bald wieder normal leben könne, ging Söder ein. „Ich finde, wir leben schon viel mehr normal als vorher“, beispielsweise im letzten Dezember. Durch die Maßnahmen habe man „unglaublich viele Leben gerettet. Und ich finde, das ist schon ein hohes Gut.“ Einen genauen Zeitpunkt für ein „normales“ Leben ohne Corona konnte Söder nicht nennen. „Auch wenn viele die Regeln nerven, hoffe ich, dass wir das sehr bald hinter uns lassen.“
Teure Benzinpreise: Mindestens genauso wie Corona, belastet die Bayern derzeit die hohen Spritpreise. Doch Söder stellte klar: Schon vor dem Ukraine-Krieg seien diese gestiegen, „jetzt explodiert jedoch das Ganze“. Laut dem CSU-Chef die „höchste Spritpreisveränderung, die es je in der Geschichte gab.“ Auch zu diesem Thema machte Söder seinem Unmut Luft, und zwar darüber, „dass der Staat wahnsinnig viel daran verdient“. Der konkrete Vorwurf: Durch die Mehrwertsteuer verdiene der Staat zusätzlich, wenn der Preis hoch sei.
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Hohe Spritpreise in Bayern: Söder fordert Steuersenkung
Söders Forderung: Eine Steuersenkung - „und zwar nicht kompliziert“. Ohne großen bürokratischen Papierkram. „Manchmal benehmen wir uns schon wie die digitalen Honks in Deutschland. Weil es endlos dauert, bis man etwas voranbringt“, so Söder offen und ehrlich. Gefolgt von einem Appell, kräftig in die Digitalisierung zu investieren.
Söders Tassensammlung: Abgesehen von politischen Themen war Söder auch offen für Geplänkel über seine privaten Interessen. Dass der CSU-Chef eine Faible für spezielle Tassen hat, ist längst bekannt. Seinen Ursprung nahm diese Vorliebe, als Söder immer wieder nach Geschenkwünschen gefragt wurde.
„Das Geschirr, was man sonst immer so bekommt, ist ja echt langweilig. Da habe ich mir überlegt: Was kann man mir da am besten schenken? Vielleicht bestimmte Tassen?“ Eine Star-Trek-Tasse, Söder ist bekennender Star-Trek-Fan, machte daraufhin den Anfang. Es folgten Motive von anderen Science-Fiction-Reihen wie Star Wars oder the Avengers. Inzwischen sammelt Söder die Trinkgefäße. „Wenn jemand von euch weiß, wo man gute Tassen kaufen kann, gebt mir gerne Bescheid!“, so Söders Aufforderung.
Söder verrät seine Supervision von Bayern - „Wie ein Kalifornien in Deutschland“
Supervision von Bayern: „Haben Minister so etwas wie eine Supervision?“ Söder zumindest schon. In diesem Falle natürlich eine Supervision von Bayern. Der CSU-Chef träumt hier von „so etwas wie einem Kalifornien von Deutschland“. Was das genau heißt? Zwei wichtige Punkte sind hier für Söder bestimmend: Zum einen „die modernsten Arbeitsplätze der Zukunft - von der Forschung bis zur praktischen Umsetzung, vom digitalen Gründer bis zum Handwerksmeister“.
Der zweite Punkt ist für ihn ein „nachhaltiges Umfeld“. Eine besondere Rolle spielt hier in Söders Vorstellung der Klimaschutz und die Erhaltung der Lebensgrundlagen. „Das ist das Wichtigste überhaupt, dass wir in einer Welt leben, wo qualitatives Leben möglich ist“ - inklusive erneuerbaren Energien, Elektromobilität und Wasserstoffallianzen. Söder betont: „Dafür würde ich alles tun. Wie in Kalifornien: Schönes Wetter, tolle Leute, ein eigener Bavarian Way of Life.“
Pizza oder Pasta? Die bayerische Landeshauptstadt wird gerne als nördlichste Stadt Italiens betitelt. Klare Sache also, dass Söder auch seine Vorliebe beim italienische Essen verriet. „Je nachdem, ich habe manchmal auch schon mal beides zusammen gegessen, auch wenn das natürlich nicht so gut für die Linie ist, gestand der CSU-Chef. Generell bevorzuge er jedoch bei Pizza lieber Salami als Schinken, außerdem verriet er seine große Schwäche für Pasta Carbonara.
Weitere Amtszeit: Als letzte Frage beantwortete Söder, ob er denn Lust auf eine weitere Amtszeit habe: „Ja, ich will Bayern weiter entwickeln. Je schwerer die Zeit ist, desto größer ist die Verantwortung. Einer muss das regeln. Und wenn viele Leute wollen das ich das mache, würde ich mich freuen.“ (kof)