Eltern sollen gelassen bleiben

Es gibt Zeugnisse - Experte fordert mehr Noten

München - Rund 1,2 Millionen bayerische Schüler bekommen am Freitag ihre Noten für das erste Halbjahr.

Pädagogen riefen Eltern im Vorfeld auf, auch bei schlechten Noten gelassen zu bleiben und nicht zu viel Druck aufzubauen. „Druck und Strafen helfen nicht weiter, im Gegenteil: Sie hemmen die Motivation, sie können auch Ängste und Panik auslösen“, warnte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes, Klaus Wenzel.

Das Kultusministerium nannte die Zwischenzeugnisse eine wichtige Rückmeldung zum Lernfortschritt. Bei schlechteren Beurteilungen sei es wichtig, nach vorne zu blicken, erklärte Minister Ludwig Spaenle (CSU). „In Ruhe können dann mit Blick auf Jahreszeugnis und weitere Schullaufbahn die richtigen Weichen gestellt werden.“

Gerechte Schulnoten gibt es nach Ansicht des Würzburger Bildungsforschers Johannes Jung nicht. Gerade deshalb hält er es für sinnvoll, dass Lehrer möglichst viele Noten vergeben - weil dann jede einzelne Bewertung weniger zählt. „Das entdramatisiert die Geschichte auch, und einzelne Ausreißer fallen nicht mehr so sehr ins Gewicht“, sagte Jung anlässlich der Zwischenzeugnisse für rund 1,2 Millionen bayerische Schüler am Freitag. „Wenn dann ein Kind eine schlechte Note bekommt, ist klar: Das war heute, das war dieses eine Thema.“

Auch eine Schule ganz ohne Noten könne funktionieren, meint der Experte. „In unserer Gesellschaft ist das allerdings wenig wahrscheinlich, schließlich übernimmt die Schule in unserem System eine starke Selektionsfunktion.“ Eine komplette Umstellung - beispielsweise, indem Universitäten nur auf Aufnahmetests statt Schulnoten setzen - sei nicht realistisch und bringe neue Ungerechtigkeiten mit sich.

dpa

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