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Sonnenblumenfeld

Eiswürfel, Taucher, Zugspitze

Hier lässt es sich aushalten: Das sind die coolsten Jobs in Bayern

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Die Sommerhitze hat Bayern fest im Griff. Doch mancherorts gibt es Fluchtmöglichkeiten. Besonderes Glück haben dieser Tage die, die den Rekordtemperaturen berufsbedingt entkommen können.

München – Diese Hitze! Mit Spitzentemperaturen von bis zu 37 Grad war gestern der wohl heißeste Tag des Jahres. Bis zum Wochenende lässt der Sommer aber nicht locker. Auch in Oberbayern sind darum kühle und schattige Plätzchen gefragt. Die Temperaturen stiegen flächendeckend deutlich über 30 Grad. So waren es in Freising 33,3, in Rosenheim 33,7 und in Garmisch-Partenkirchen sogar 35,6 Grad in der Spitze. Letzteres ist ein Rekord: Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen war es dort in den ersten zehn Augusttagen so heiß. Wohl dem, der die kommenden Tage in Reichweite einer Abkühlung verbringen kann. Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes sagen voraus, dass sich die Hitze in Oberbayern heute und in den kommenden Tagen immer wieder in Gewittern entladen kann. Leichte Abkühlung auf tagsüber um die 25 Grad verspricht trotzdem erst das Wochenende. 

Oskar Wolf

Unter Eismassen (-20 Grad Celsius)

Eiswürfel im Cocktail sind im Sommer wie das Salz in der Suppe. Oskar Wolf, 45, sorgt dafür, dass der Münchner Gastronomie und auch Privatkunden der Nachschub nicht ausgeht. Mit bis zu 14 Tonnen Eiswürfeln, Crushed-Eis und Trockeneis versorgt er die Landeshauptstadt an heißen Tagen – in Packungsgrößen von fünf bis zehn Kilo, bei Großbestellungen auch tonnenweise. „Wir sind derzeit in der Dauerbombardierung“, beschreibt Wolf die aktuelle Auftragslage. „Damit das Eis nicht ausgeht, produzieren wir im Frühjahr vor“, erklärt er. „Es wird ja nicht schlecht.“ Dafür hat die Firma „Keep Cool Icetrade“ große Kühllager. Dort herrschen minus 20 Grad – für die Lagerarbeiter und Kommissionierer eine willkommene Abkühlung. Denn nicht überall in einer Eisfabrik ist es schön kühl. Eismaschinen produzieren eine Menge Wärme – tropische 35 Grad herrschen in der Produktionshalle, und auch das Büro ist nicht klimatisiert. Beim Arbeiten im Lager ist darum eine Winterjacke Pflicht, damit der Sommerschweiß nicht in eine Erkältung umschlägt. Länger als 20 Minuten darf trotzdem kein Mitarbeiter in den eisigen Hallen bleiben.

Jürgen Börroth

Unter Wasser (4 Grad Celsius)

Jürgen Börroth, 63, taucht bei Hitze am liebsten ab. Der Weilheimer ist Tauchlehrer bei der Tauchakademie Bayern. „Unter Wasser ist es schön kühl und ich bin schwerelos“, sagt er. „Ins Schwitzen komme ich nur beim Anziehen des Neoprenanzugs.“ Dafür wartet unter Wasser Abkühlung nach Maß: Bis zu 24 Grad hat der Starnberger See, Börroths Revier, an der Oberfläche. In der Tiefe sind es nur vier. Das geht auch im Sommer nur im Neoprenanzug.

Maria Schneebichler

Unter dem Sudhaus (5 Grad Celsius)

Maria Schneebichler, 46, schätzt die Runde, die sie viermal täglich durch den Bierkeller der Brauerei Flötzinger in Rosenheim dreht. Zurzeit ganz besonders, denn so entkommt die Laborantin für einige Zeit der Gluthitze. Zwischen tausenden Hektolitern, die bei fünf Grad in den Edelstahltanks lagern, überwacht Schneebichler mit dem Brauer-Team den Weg des werdenden Bieres vom Sudhaus bis zur Flasche.

Unter den Wolken (14 Grad Celsius)

Auf der Zugspitze steht Marco Kirchner über den Dingen. Auch über der Hitze. Der 40-Jährige aus Weilheim ist Wetterbeobachter für den Deutschen Wetterdienst. Gestern verbrachte er den heißesten Tag des Jahres bei angenehmen 14 Grad auf dem Gipfel von Deutschlands höchstem Berg. „Ich bin sehr froh, dass ich hochfahren durfte“, sagt er. „Die Hitze vertrage ich nicht, ich bin ein Kälte-Fan.“

Unter Tage  (12 Grad Celsius)

Es gibt Tage, an denen kann es Sebastian Koller kaum erwarten, in die Arbeit zu kommen. Tage wie gestern, wenn das Thermometer weit über die 30 Grad steigt. Der 24-Jährige führt Besucher durch das Salzbergwerk in Berchtesgaden. Fünfmal täglich. „An heißen Tagen ist das ein Segen“, sagt er. Denn unter Tage herrschen angenehme zwölf Grad. „Ich genieße den Sommer am liebsten abends“, sagt Koller. Nach Feierabend – wenn die Hitze erträglich ist.

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