Hilfe bei Aufarbeitung von Ettaler Missbrauchsskandal

Ettal - Im Missbrauchsskandal um das Kloster Ettal hat das Ordinariat im München Unterstützung zugesagt. So soll die Aufarbeitung vorangetrieben werden.

Das Erzbischöfliche Ordinariat in München unterstützt das oberbayerische Kloster Ettal bei der Aufarbeitung des dortigen Missbrauchsskandals. Das Benediktinerkloster habe um entsprechende Amtshilfe gebeten, teilte das Ordinariat am Dienstag in München mit.

Der Bischöfliche Beauftragte des Erzbistums für die Prüfung von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs, Monsignore Siegfried Kneißl, reiste den Angaben zufolge am Dienstag nach Ettal (Landkreis Garmisch-Partenkirchen). In der Schule des Klosters habe er sich bereitgehalten für Rat und Hilfe suchende Eltern, Schüler und Lehrkräfte, hieß es. Als juristischer Ansprechpartner für mögliche Opfer stehe Rechtsanwalt Burkard Göpfert zur Verfügung. Der Abt des Klosters, Barnabas Bögle, hatte am Montag eingeräumt, dass in den 1970er und 1980er Jahren im Internat Schüler von Geistlichen sexuell missbraucht wurden. Schon zuvor hatte der Prior des Klosters im Bayerischen Rundfunk (BR) Fälle von sexuellem Missbrauch an Schülern bestätigt.

Missbrauchsskandalen erschüttern Kirche

Seit Wochen wird die katholische Kirche in Deutschland von zahlreichen Missbrauchsskandalen erschüttert. Mittlerweile haben sich weit über 100 Opfer gemeldet. Das Thema beschäftigt seit Wochenbeginn auch die Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe. Ettal gelte wie alle Klöster grundsätzlich als “exempt“ - dies bedeute, dass sie nicht der bischöflichen Verfügungsgewalt unterliegen und ihre Anliegen unabhängig regeln, erläuterte das Ordinariat. Im konkreten Fall sei aber ausdrücklich Amtshilfe gewünscht worden. Der entsandte Pastoralpsychologe Kneißl verantwortet den Angaben zufolge im Erzbischöflichen Ordinariat den Fachbereich Krankenhausseelsorge und leitet die Ombudsstelle, an die sich Opfer sexuellen Missbrauchs wenden können.

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