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Sea-Eya hat Ende Dezember 17 Menschen gerettet - durfte aber in keinem europäischen Hafen einlaufen. 

Hilfsorganisation darf nicht in Malta anlegen

Sea-Eye-Sprecher: „Es ist Schikane“

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Das Schiff der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye darf im Hafen von Malta nicht anlegen. Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler erklärt, wie der Verein nun weitermachen will. 

Die Regensburger Hilfsorganisationen Sea-Eye hat Ende Dezember 17 Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet. Zwölf Tage wurde das Schiff blockiert, die Flüchtlinge durften inzwischen von Bord. Malta verbietet Sea-Eye aber, im Hafen von Valetta anzulegen. Sprecher Gorden Isler erklärt, wie es nun weitergeht.

Warum darf das Schiff von Sea-Eye nicht in den Hafen von Malta einlaufen?

Es gibt keine offizielle Begründung, warum wir die Genehmigung nicht bekommen. Unser Schiff ist korrekt registriert, wir fahren unter deutscher Flagge. Sachlich gibt es also keinen Grund. Es ist Schikane. Offensichtlich fürchtet Malta innenpolitische Schwierigkeiten und will es uns deshalb so schwer wie möglich machen.

Ein Teil der Crew hat das Schiff verlassen. Wieso?

Gorden Isler, Sprecher der Hilfsorganisation Sea-Eye.

Wir hatten vor allem ehrenamtliche Crewmitglieder an Bord. Sie hätten alle vor einer Woche wieder in der Arbeit erscheinen müssen. Viele haben Schwierigkeiten bekommen – obwohl der Rückhalt von zu Hause sehr groß war. Aber so eine Blockade verursacht auch psychisch einen enormen Druck. Dazu kommt der enge Kontakt zu den Geflüchteten. Viele von ihnen haben Grauenvolles von ihrer Flucht erzählt. Daran hatten einige der Helfer schwer zu knabbern.

In welcher Verfassung waren die Geflüchteten, als sie an die maltesische Armee übergeben wurden?

Die Situation an Bord war für die Geretteten nicht einfach. Aber sie haben uns gesagt, dass es ihnen seit Monaten nicht mehr so gut ging wie an Bord. Viele haben die letzten Monate in einem libyschen Gefängnis verbracht. Sie waren froh, endlich in Sicherheit zu sein.

Ihnen ist auch verboten worden, die Crew auszutauschen. Darf Malta das so einfach?

Auch dafür gibt es keine Begründung und auch keine gesetzliche Grundlage. Aber es bringt uns ja aktuell nicht weiter, dagegen zu klagen. Auch dass unser Schiff nicht mit Proviant und Treibstoff versorgt werden darf, zeigt, dass Malta mit maximaler Härte gegen Hilfsorganisationen vorgeht. Wir hatten auf Malta vier Ehrenamtliche, die gerne an Bord gegangen wären, um die Crew zu entlasten. Aktuell bleibt alles an den sieben Berufsseeleuten an Bord hängen. Die Belastung ist enorm.

Wie geht’s jetzt weiter?

Wir haben gerade starken Wind und suchen Schutz vor der tunesischen Küste. Wenn der Wind abklingt, wollen wir Kurs auf das westliche Mittelmeer halten, dort haben wir mehr Optionen, in einen sicheren Hafen einlaufen zu können. Danach wollen wir so schnell wie möglich wieder los. Aber wir müssen erst Spenden sammeln. Die Blockade hat uns viel Geld gekostet – ohne dass dadurch ein Menschenleben gerettet wurde.

Leichter wird die nächste Mission wohl nicht werden.

Trotzdem ist es wichtig, weiterzumachen. Allein zwischen Weihnachten und Silvester waren hunderte Menschen in Seenot. Es ist ein Trugschluss, dass niemand mehr ertrinkt, wir haben davon nur nichts mehr mitbekommen. Die EU-Staaten haben sich nun wieder nicht auf eine grundsätzliche Lösung für die Verteilung der Geretteten geeinigt. So lange es die nicht gibt, werden sich einige Staaten weiterhin so brutal verhalten. Wir rechnen damit, dass sich die Blockade wiederholen wird. Aber die Bundesregierung hat uns rechtlich konformes Verhalten bescheinigt. Wir sind froh, dass sie hinter uns steht.

Interview: Katrin Woitsch

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