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Mann erschießt Ehefrau, Kinder und sich selbst

Himmelstadt - Lähmendes Entsetzen am Dienstag in Himmelstadt: Ausgerechnet am Sitz des Weihnachtspostamtes ereignete sich ein schreckliches Familiendrama:

Am Dienstag um 9 Uhr brachen Kriminalbeamte die schmucke, grau-blaue Villa im Industriegebiet auf. Tina S. (29) war von ihrem neuen Lebensgefährten als vermisst gemeldet worden; doch für sie kam jede Hilfe zu spät: Tina S. war bereits tot - erschossen. Das ergab die Obduktion. 

Noch schrecklicher war die Entdeckung, die die Polizei am Abend im tschechischen Eger machte: In einer Pension lagen die Leichen der Kinder Enrico (7) und Jameiro (5) sowie deren Vater Steffen (39), der von der Mutter getrennt lebte. Das teilte die Polizei mit. Offenbar hatte Steffen S. sich und seine Familie ausgelöscht.

Wie die hübsche Tina S. genau zu Tode kam, muss noch geklärt werden. Die Kripo machte am Dienstag offiziell nur wenige Angaben. Näheres teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit.

Wie die tz erfuhr, war am Dienstagvormittag eine Großfahndung nach dem getrennt lebenden Ehemann von Tina S., Steffen S. (39), gestartet wurde. Er war auf der Flucht und hatte Enrico und Jameiro in seiner Gewalt. Offenbar war er nach der Tragödie in Himmelstadt mit ihnen nach Tschechien gefahren, wo er die Kinder und sich selbst tötete.

Nach außen gaben Tina und Steffen S. das Bild einer Vorzeige-Familie: Sie arbeitete im Geschäft ihres Mannes mit, verkaufte Raumreinigungssysteme. Ihr aus dem Main-Spessart-Kreis stammender Ehemann hatte sich in einem Unternehmen, das diese Systeme herstellt, zum Top-Verkäufer hochgearbeitet – und verbarg seinen Wohlstand nicht. Vor drei Jahren kaufte das Paar für 420.000 Euro die abseits gelegene Architekten-Villa. Für ihre Kinder war das Anwesen ein Paradies: Viel Grün ums Haus, ein Fußballtor in der Einfahrt, eine Ritterburg im Garten.

Doch zuletzt bekam die heile Fassade immer größere Risse: In der örtlichen Sparkasse wurde das Haus zum Verkauf ausgelobt, im Ort tratschte man über die Trennung der beiden.

Tina S. hatte tatsächlich bereits eine neue Wohnung am Main bezogen. Auch einen neuen Mann soll es in ihrem Leben gegeben haben: Einen Soldaten aus Veitshöchheim. Er war es auch, der Tina S. als vermisst meldete.

Nachbarin Daniela H. (35) reagierte geschockt auf die Todes-Nachricht: „Ich dachte immer, die beiden kommen wieder zusammen. Sie haben so gut zusammengepasst.“ Daniela H.: „Jameiro hat heute Geburtstag. Ich habe ihn erst gestern im Kindergarten gesehen. Er wirkte total fröhlich.“

Tinas Verwandten bekamen psychologischen Beistand. Und viele Eltern holten ihre Kinder früher vom Kindergarten „Zwergenhöhle“ ab – weil sich die unheilvollen Gerüchte wie ein Lauffeuer in der 1700-Einwohner-Gemeinde verbreiteten.

tz

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