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Zehntausende Rinder kehren in den nächsten Wochen von den Almen und Alpen zurück ins Tal

Viehscheid hat begonnen

Rinder kehren zurück ins Tal

Bad Hindelang - Zehntausende Rinder kehren in den nächsten Wochen von den Almen undAlpen zurück ins Tal. Im Allgäu wird der Abtrieb der Herden traditionell mit großen Volksfesten gefeiert. Tausende sahen sich den Auftakt des Viehscheids in Bad Hindelang an.

Bei kühlen Temperaturen und Sonnenschein hat in Bad Hindelang im Oberallgäu der Viehscheid begonnen. Tausende Schaulustige kamen am Mittwoch, um die Hirten und Rinder zu begrüßen, die vor dem Winter ins Tal zurückkehren. Die Tiere trugen große, schwere Schellen aus Schwarzblech und kündigten schon von weitem ihr Kommen an. Auf dem großen Scheidplatz wurden die Rinder von den Hirten einzeln aus der Herde „ausgeschieden“ und in die Obhut ihrer Besitzer gegeben.

Nach etwa 100 Tagen auf den Alpen, wie die Bergweiden in Schwaben heißen, fiel es manchen Hirten schwer, Abschied von den Bergen zu nehmen. „Zum Ende hin ist das Wetter noch ganz vernünftig geworden. Da würde man es oben schon noch aushalten“, sagte Hirte Herbert Martin, der mit 230 Rindern von der Alpe Hasenegg abgestiegen ist. Alles in allem sei der Bergsommer aber nicht besonders gut gewesen. „Zuerst zu kalt, dann zu nass, dann zu heiß und dann zu trocken.“

Das Ende des Bergsommers wird im Allgäu traditionell mit großen Volksfesten in etwa 30 bergnahen Orten gefeiert. In Bad Hindelang trafen am Morgen rund 700 Rinder ein. Zur Enttäuschung einiger Zuschauer kamen alle Herden ohne festlich geschmückte Kranzrinder an. Die mit Blumen und Kränzen herausgeputzten Leittiere sind ein beliebtes Fotomotiv. Hat eine Herde den Bergsommer nicht unfallfrei überstanden, wird jedoch auf das Kranzrind verzichtet. Dass es beim Bad Hindelanger Viehscheid kein einziges Kranzrind gibt, habe es allerdings noch nie gegeben.

Almabtrieb: Schöne Bilder aus Bad Hindelang

Edgar Pabst aus Engen am Bodensee (Baden-Württemberg) hätte gerne ein geschmücktes Tier gesehen. „Aber wenn das so Tradition ist, gehört das nun mal dazu“, sagt Pabst, der mit seiner Frau Urlaub im Allgäu machte. Sie sind trotzdem vom Viehscheid begeistert. „Die Atmosphäre ist toll. Wir erleben das heute zum ersten Mal.“ Auch Jutta Teichert aus der Oberpfalz war beeindruckt von dem Spektakel. „Als die erste Herde ankam, habe ich Gänsehaut bekommen. Das ganze Ambiente, die Leute, die Kühe - es ist schon etwas Besonderes.“

Bis Ende September werden rund 53 000 Jungrinder und Kühe von den 1400 oberbayerischen Almen und Allgäuer Alpen ins Tal getrieben, wo sie ihre Winterquartiere beziehen.

dpa

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