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Otto Göttler aus Zankenhausen. 

Hintersinnig, scharfsinnig

München - Mit „Jodelwahnsinn“ füllte er Zelte. Mit „Unverschämter Wirtshausmusik“ tourt er durch Süddeutschland. Und jetzt das: Auf dem Sommer-Tollwood in München hat Otto Göttler erstmals ein eigenes Zelt.

Mit „Jodelwahnsinn“ füllte er Zelte. Mit „Unverschämter Wirtshausmusik“ tourt er durch Süddeutschland. Und jetzt das: Auf dem Sommer-Tollwood in München hat Otto Göttler erstmals ein eigenes Zelt.

„Wo bairische und andere Volksmusik g’spuit werd, da bin i dabei.“ Otto Göttler mischt seit mehr als 30 Jahren in der bayerischen Musik- und Kabarettszene mit. Auf dem Münchner Tollwood-Sommerfestival hat er heuer erstmals ein eigenes Zelt: Bis Ende Juli spielt er dort mit seiner Allgäuer Musikpartnerin Konstanze Kraus dreimal pro Woche auf. Auf dem Festival ist Göttler regelmäßig zu Gast. Unter anderem im Andechser Zelt und in der Lounge. Mit seiner Gruppe „Bairisch Diatonischer Jodelwahnsinn“ füllte er öfters sogar das große Tollwood-Zelt.

Soziale Ungleichheit, kultureller Werteverlust und „Heimat“ sind Themen seiner Lieder. „Heimat ist, was bleibt. Eine gewisse Ortsverbundenheit schlägt bei mir immer durch“, sagt der 66-Jährige. Dabei sieht er sich oft als Mann der ersten Stunde, der das Zeitgefühl früh erkennt und es kritisch hinterfragt. Doch Göttler weiß, dass gewisse Themen Fingerspitzengefühl erfordern: „Die Leute müssen immer ihren Spaß haben, die wollen es nicht so direkt, sonst hat man den Theatersaal auch mal ganz schnell gegen sich.“ Hintersinniger Witz mit scharfsinnig-verschmitzten Texten sind deshalb Göttlers Spezialität. Seine Karriere verlief nicht schnurgerade: Der 1948 geborene Kabarettist wuchs in Giesing auf. Als Radsportler wurde er 1968 sogar Bayerischer Meister und Deutscher Vizemeister. Den Sport hängte er an den Nagel, weil er nach dem Tod seines Vaters dessen Süßwarengroßhandel übernahm. 1993 gab er das Geschäft zugunsten der Musikkarriere auf. Ob Zither, Ziehharmonika, Konzertina, Tuba, singende Säge, Mandoline oder Ukulele – Göttlers Repertoire ist groß. Sein Übungsraum ist das Milihäusl, eine alte Milchsammelstelle in Zankenhausen (Kreis Fürstenfeldbruck), einem kleinen Dorf nördlich des Ammersees. Dorthin zog er 1994: „Weil man zehn Instrumente in der Stadt nicht üben kann.“

Maren Martell

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