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Weniger Verkehrstote als 2017 gab es in Bayern noch nie.

Niedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen

Historischer Tiefstwert: Noch nie gab es so wenig Tote auf Bayerns Straßen

Weniger Verkehrstote als im Jahr 2017 gab es in Bayern seit Beginn der Unfallaufzeichnung noch nie. Aber: Nicht alle Werte sind positiv, wie Innenminister Joachim Herrmann mitteilt.

München - Auf Bayerns Straßen sind im vergangenen Jahr 608 Menschen ums Leben gekommen. Eine Hauptursache für schwere Verkehrsunfälle war Raserei, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München mitteilte. Immerhin: Verglichen mit 2016 waren es acht Todesopfer weniger - „die niedrigste Zahl der Verkehrstoten in Bayern seit Beginn der Unfallaufzeichnungen vor mehr als 60 Jahren“, sagte Herrmann.

Ebenso sank die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle von 577 auf 548. 69 659 Menschen wurden 2017 verletzt, ein Rückgang von 2104 Verletzten.

Insgesamt jedoch stieg die Zahl der Verkehrsunfälle im Freistaat von 398 100 auf 404 951 - ein Plus von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. So gab es unter anderem mehr Unfälle mit Sachschaden, zum Beispiel Wildunfälle. Für den Menschen gingen diese in der Regel glimpflich aus: 2017 wurden bei Wildunfällen im Freistaat 522 Menschen verletzt und zwei getötet.

Ein Drittel waren Raserunfälle

Rund ein Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle ging den Angaben nach auf das Konto von Rasern. 226 Menschen kamen dabei ums Leben, im Jahr 2016 waren es 215. Weitere Unfallursachen waren mangelnder Sicherheitsabstand sowie Alkohol am Steuer. Die Zahl der Alkoholunfälle stieg von 4715 auf 4821 an.

Als „unverständlichen Leichtsinn“ bezeichnete Herrmann weiter, dass jeder fünfte tödlich verunglückte Autoinsasse nicht angeschnallt gewesen sei - 61 Menschen habe das 2017 das Leben gekostet. Fast jeder dritte tödliche Verkehrsunfall endete abseits der Fahrbahn. Dabei spielten sowohl Ablenkung etwa durch das Smartphone als auch Müdigkeit eine Rolle.

Veranstaltungen für Motorradfahrer

Um die Zahl der Verkehrsunfälle weiter zu reduzieren, setzt das Ministerium unter anderem auf „intensive Geschwindigkeitskontrollen“. Am 18. April will sich der Freistaat beispielsweise am Europäischen Blitzmarathon beteiligen. Weil rund jeder fünfte getötete Verkehrsteilnehmer in Bayern Motorradfahrer war, soll hier ein weiterer Schwerpunkt liegen: Gezielte Kontrollaktionen und verschiedene Veranstaltungen sollen heuer auf die Gefahren des Motorradfahrens aufmerksam machen.

Ein strengeres Tempolimit vor allem auf Landstraßen, wo sich 2017 die meisten tödlichen Verkehrsunfälle ereigneten, oder höhere Geldstrafen seien nicht geplant, sagte Herrmann.

dpa

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